23:07 17 November 2019
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    Von WSJ und BBC gefeierter Kriegsfotograf als Fälscher entlarvt – Medien

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    Ein gewisser Eduardo Martins, der sich als Surfer und angstlosen Kriegsfotografen ausgegeben hatte, ist entlarvt worden. Aber nicht bevor er mehrere Journalisten, darunter auch solche renommierte Medien wie die BBC oder das „Wall Street Journal“, und die ganze Welt veräppeln konnte.

    Er gab an, Leukämie überlebt und als Kriegsfotograf gearbeitet zu haben, schreibt BBC. Mit seinen Bildern aus Mossul, Mogadischu oder Aleppo sorgte der Hochstapler auf Instagram für Furore. Er gab mehrere Online-Interviews und verkaufte immer mehr Fotos an Medien, doch seine Geschichte löste Zweifel bei einer brasilianischen Journalistin aus.

    Sie habe sich mit Martins über ein Surfprojekt in Gaza unterhaltet und festgestellt, dass er nichts davon weiß. „Ich dachte mir, wie kann ein Surfer, der sagt, so viel über Gaza zu wissen, noch nie von diesem Surfprojekt gehört haben“, sagte die Journalistin Natasha Ribeiro zur BBC.

    Professionelle Fotografen stellten dann seine Fotos wegen der inkonsistenten Bildsprache infrage. „Für mich war klar, dass die Bilder von verschiedenen Fotografen aufgenommen worden waren. Jeder Fotograf hat seinen eigenen Stil“, teilte der Fotograf Ignácio Aranovich der BBC mit.

    Mehr zum Thema: Hobby-Fotograf landet Drohne auf britischen Flugzeugträger – VIDEO

    Tatsächlich stahl Martins Fotos von anderen Journalisten, manipulierte sie und gab als eigene aus. Die Fotoagentur Getty Images, die Martins‘ Bilder verbreitet hatte, nahm dessen Fotos nun offline. Eine Untersuchung des Falls wurde angekündigt. Die gestohlenen Fotos sollen ihren eigentlichen Schöpfern zugeschrieben werden.

    Die bekanntesten Fotos in der Geschichte
    © Sputnik / Yevgeny Khaldei
    Um eine falsche Persönlichkeit zu bilden benutzte der Trickser Fotos eines Instagram-Nutzers, des britischen Surfers Max Hepworth-Povey. Die Bilder des Briten stellte er in die Umgebung von Kriegsgebieten ein und postete sie dann auf Instagram als eigene.

    Martins, der wegen Urheberrechtsverletzungen vor Gericht landen kann, ist derzeit verschwunden. Als er von den Fake-Gerüchten erfuhr, gab er in einem Gespräch mit einem Journalisten an, „ein Jahr lang in einem Van durch Australien“ fahren zu wollen.

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    Tags:
    fake, Fotograf, Wall Street Journal, BBC, Brasilien