23:23 13 Dezember 2019
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    Regen bei Oktoberfest (Archivbild)

    „Wenn’s regnet, dann regnet’s“ – München sieht den Wiesn gelassen entgegen

    © CC BY 2.0 / emdees / Willkommen zum Oktoberfest 2007
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    Nach Umsatzeinbrüchen wegen Regenfällen und Angst vor Terrorangriffen auf dem Oktoberfest 2016, ist an Organisation und Sicherheitskonzept der Wiesn wenig verändert worden. Eine neue Lautsprecheranlage und mehr Ordnerpersonal sollen für mehr Sicherheit sorgen, doch gegen den Wettergott gibt es kein Wundermittel.

    Eine Woche noch und dann darf wieder getrunken, gesungen und geschunkelt werden auf dem größten Volksfest Europas. Das Münchner Oktoberfest lockt jedes Jahr Millionen von Besuchern aus der ganzen Welt an. Laut einem aktuellen Bericht verzeichnete das Traditionsfest jedoch im vergangenen Jahr eine Rekordtief, die Umsatzzahlen waren so schlecht wie seit 16 Jahren nicht mehr. Schuld seien schlechtes Wetter und die Angst vor Terroranschlägen gewesen, heißt es zur Erklärung in dem Bericht.

    Von verheerenden Zahlen schreibt der Fokus angesichts der 5,6 Millionen Besucher auf dem Oktoberfest 2013. Mit 66.231 Hektoliter Bier sei 15 Prozent weniger Bier verkauft worden, bei den Bratwurstverkäufen sei die Zahl im Vergleich zum Vorjahr von 500.000 auf 300.000 zurückgegangen.

    Dr. Gabriele Papke, die zuständige Pressesprecherin der Stadt München, nimmt es gelassen.

    „Ich muss ganz klar feststellen: Wir sind nicht auf Rekorde aus. 5,6 Millionen Besucher in 16 oder 17 Tagen ist auch eine ganz schöne Menge, von daher sind wir sogar froh, wenn nicht zu viele Besucher kommen.“

    Auch für dieses Jahr hätten die Organisatoren keine konkreten Erwartungen, man schaue einfach, wer kommt und jeder Gast sei willkommen, so Papke. Für den Regenfall habe man keine Veränderungen an Konzept und Ausstattung vorgenommen. „Wenn’s regnet, dann regnet’s“, stellt Papke pragmatisch fest.

    In puncto Sicherheit scheint es da schon anders auszusehen. Papke gibt zu, dass die Ausgaben in diesem Jahr höher sein werden, unter anderem wegen einer neuen Beschallungsanlage.

    „Die Kosten für Sicherheit werden im Vergleich zum letzten Jahr steigen, da wir in diesem Jahr eine große Wiesn mit Oider Wiesn haben und das Oktoberfest zwei Tage länger dauert. Das heißt, es ist mehr Ordnerpersonal notwendig. Außerdem haben wir, wie bei Großveranstaltungen üblich, auf dem Gelände eine Lautsprecheranlage installieren lassen, um zum Beispiel bei Gefahr von Unwetter oder Überfüllung die Besucher zu informieren.“

    Marcus da Gloria Martins, Sprecher der Münchener Polizei, lobt die Beschallungsanlage als sehr effizient, um Warnungen an die Besucher des Festes herauszugeben, denn sie sei sowohl mit Fahrgeschäften und Zelten, als auch mit Fußwegen auf dem Gelände selbst und dem Wiesn-Umfeld verbunden. So könne beispielsweise vor Überfüllungssituationen gewarnt werden.

    Die Hightech-Anlage soll laut Medienberichten etwa vier Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre kosten, werde aber nicht durch die Betreiber erworben, sondern immer nur ausgeliehen werden.

    Eine abstrakte Gefahr durch den internationalen Terrorismus bestehe spätestens seit 2009 und seit den Anschlägen in Ansbach und am Berliner Breitscheidplatz sei die Bedrohung auch in Deutschland angekommen, so Martins. Eine konkrete Terrorgefahr gebe es im Zusammenhang mit dem kommenden Oktoberfest aber bisher nicht.

    „Wir machen eine tägliche Sicherheitsanalyse auf Basis eines sehr großen europäischen Netzwerkes und die zeigt ganz klar, dass es bis zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Andeutungen gibt, dass das Oktoberfest mehr oder weniger gefährdet ist als jedes andere größere Volksfest auch.“

    Die Polizei werde mit 600 Beamten vor Ort sein, nach der aktuellen Einschätzung sei das genügend. Auf dem Gelände selbst werde der Organisator, also die Stadt München mit Ordnungsamt und privaten Sicherheitsdiensten für Sicherheit sorgen. Die Besucher müssen sich auf Einlasskontrollen einstellen, große Taschen und Rucksäcke sind in diesem Jahr verboten.

    Ilona Pfeffer

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    Tags:
    Sicherheit, Terrorgefahr, Rückgang, Popularitätswert, Oktoberfest, München, Bayern, Deutschland