05:20 26 April 2018
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    Kampfpilot der U.S. Air Force (Archivbild)

    F-15 fürchtet Su-27: US-Pilot zittert beim Abschuss syrischer Drohne

    © Foto: DoD/ U.S. Air Force/ Staff Sgt. Christopher Boitz
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    8. Juni 2017, Südsyrien: Die US-Luftwaffe schickt zwei F-15E in die Luft, um eine Drohne der syrischen Regierungsarmee abzufangen. Der Pilot Jeremy Renken hält den Finger am Abschussknopf, doch dann tauchen zwei russische Su-27 in der Nähe auf. Das Fachblatt „Aviation Week“ berichtet.

    Nach Darstellung der US-Koalition griff die syrische Drohne vom Typ Shahed Stellungen der von den USA unterstützten Rebellen mit einer Luft-Boden-Rakete an. Zuvor sollen zwei F-15-Kampfjets der US-Luftwaffe die Drohne eine halbe Stunde lang begleitet und beobachtet haben. Dass sie mit Luft-Boden-Raketen bewaffnet gewesen sei, sei deutlich zu erkennen gewesen, erzählte Jeremy Renken, Kampfpilot einer der beiden F-15, dem Fachblatt.

    Doch die Amis müssen nachtanken: Die Strike Eagles drehen ab zu ihrem Stützpunkt. Da wird gemeldet, dass die Bodeneinheiten der US-geführten Koalition angegriffen wurden: Eine Rakete sei unweit eines Autos eingeschlagen, jedoch nicht explodiert. Als die Piloten der Strike Eagles die syrische Drohne wieder im Blick haben, erkennen sie: Eine derer Raketen fehlt tatsächlich.

    Trotzdem erteilt das US-Luftwaffenkommando noch keinen Abschussbefehl. Erst wird versucht, die Drohne durch EloKa-Mittel zu stören, was zunächst auch gelingt: Die Drohne dreht um, von den Oppositionstruppen weg – nach wenigen Minuten aber fliegt sie wieder auf sie zu. Jetzt muss die syrische Kampfdrohne abgeschossen werden.

    Jeremy Renken aber zaudert: Zwei russische Su-27-Jets sind ganz in der Nähe – so nah, dass er ihre Bordnummer mit bloßem Auge erkennen kann.

    „Es war klar, dass die Flanker Luft-Luft-Raketen an Bord haben“, erzählt er der Zeitschrift. Er habe gefürchtet, die russischen Piloten würden den Angriff auf die Drohne als einen Angriff gegen sie missverstehen. „Wenn die Russen sich hätten einmischen wollen, sie hätten es ohne Weiteres tun können.“

    Erst als die Drohne sich von den russischen Jägern entfernt, traut sich Renken und feuerte eine AIM-120C-Rakete auf sie ab.

    Wenige Tage später schoss die US-Luftwaffe eine syrische Su-22 und danach eine weitere Drohne ab. Um den Abschuss zu beschließen, hatte das US-Kommando mehrere Minuten gebraucht.

    Nach diesem Vorfall hat das russische Verteidigungsministerium erklärt, alle Flugzeuge und Drohnen im syrischen Einsatzgebiet der russischen Luftwaffe würden von nun an von der russischen Flugabwehr als Ziele betrachtet. Zudem hat Russlands Militär das Abkommen zur Vermeidung von Zwischenfällen im Himmel über Syrien außer Kraft gesetzt, das in 2015 mit den USA vereinbart wurde.

    Die US-geführte Koalition erklärte, Maßnahmen ergriffen zu haben, um den Standort von Flugzeugen in Syrien so zu verändern, dass „der Kampf gegen den IS ohne die Gefahr für die eigenen Einsatzcrews“ weitergehen könne. Weitere Vorfälle nach dem Zwischenfall im Juni sind nicht gemeldet worden.

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    Tags:
    Drohne, Lufteinsatz, Su-27, F-15, USA, Russland, Syrien