03:12 11 Dezember 2017
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    Das russische Schloss- und Parkmuseum Gatschina (Archivbild)

    Deutschland übergibt 45 bislang verschollene Fotografien an russisches Schlossmuseum

    © Sputnik/ Wsewolod Tarasewitsch
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    Deutschland hat 45 bislang als verschollen gegoltene historische Fotografien an das russische Schloss- und Parkmuseum Gatschina, das sich etwa 45 Kilometer südwestlich von Sankt Petersburg befindet, übergeben. Dies teilte der Pressedienst der Bundesregierung am Mittwoch mit.

    Die Aufnahmen entstanden überwiegend nach der Russischen Revolution und zeigen Interieurs und Kunstgegenstände des ehemaligen Zarenpalastes Gatschina vor dessen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Die Bilder waren zuvor auf einer Online-Auktion aufgetaucht und sind von „besonders großem Wert“, so der Pressedienst.

    Laut dem Sprecher des Deutsch-Russischen Museumsdialogs (DRMD), Hermann Parzinger, ist die Übermittlung der historischen Fotografien eine Geste, die dazu beitragen könne, die „Sammlungsgeschichte von Gatschina weiter aufzuarbeiten“.

    „Wir sind überzeugt, dass die kulturelle Brücke zwischen unseren beiden Ländern eine sehr starke Verbindung ist“, so Parzinger.

    Ihm zufolge liegt gerade darin die Chance für die Zukunft, „das zunächst trennend Wirkende als etwas Verbindendes zu begreifen“. Diese Verbindung müsse offen bleiben, betonte er.

    Der Raub von Kunst und Kulturgut, die barbarischen Raubzüge der Faschisten und der Wehrmacht in russischen Museen, Bibliotheken, Archiven und historischen Gebäuden gehören zu den von Deutschen begangenen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Dies teilte Monika Grütters, die Kulturpolitikerin und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, mit. Sie fügte hinzu, dass die Kulturgüter existenziell für Gemeinschaften und für Nationen seien.

    „Sie sind Teil des kulturellen Gedächtnisses, sie spiegeln Geschichte und Identität. Ihr Verlust schmerzt – Russen genauso wie Deutsche“, so Grütters.

    Diesen Teil der Geschichte gelte es weiterhin aufzubauen. Der Deutsch-Russische Museumsdialog sei dabei ein unverzichtbares Element, um im Gespräch zu bleiben, betonte sie.

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    Tags:
    Raub, Kunstschätze, Kulturerbe, Aufnahme, bilder, Zweiter Weltkrieg, Wehrmacht, Monika Grütters, Russland, Deutschland