22:46 12 Dezember 2017
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    Vernichtungslager Auschwitz

    Holocaust-Leugner muss in KZs – Gerichtsbeschluss

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    Statt mit einer Geld- und Gefängnisstrafe zu büßen, muss ein belgischer Politiker und Holocaust-Leugner ehemalige Konzentrationslager besuchen. Dies hat ein belgisches Gericht entschieden, wie „Spiegel Online“ berichtet. Der Angeklagte muss über seine Erfahrungen in den Todeslagern bei Facebook berichten.

    Fünf Konzentrationslager muss der belgische Politiker und holocaust-Leugner Laurent Louis in den nächsten fünf Jahren besuchen und jeweils einen Bericht darüber anfertigen. Dies hat ein belgisches Berufungsgericht entschieden, wie das Onlinemagazin schreibt.

    In der Erstinstanz war der Belgier zu sechs Monaten Haft und einer Geldstrafe von 18.000 Euro verurteilt worden, weil er in 2014 gesagt hatte: „Der Holocaust ist von den Pionieren des Zionismus erfunden und finanziert worden." Einen Freispruch bedeutet das Berufungsurteil nicht: Die alte Strafe wird laut „Spiegel Online“ lediglich ausgesetzt, nicht aufgehoben.

    Jetzt soll Louis in fünf Jahren jedes Jahr ein anderes ehemaliges Konzentrationslager besuchen, auch Auschwitz und Dachau. Nach jedem Besuch müsse er „einen Text von mindestens 50 Zeilen" über das Gesehene und seine Gefühle verfassen, berichtet laut dem Magazin die Nachrichtenagentur „Belga“. Die Berichte müsse der Verurteilte dann auch bei Facebook veröffentlichen.

    Louis begrüßte das Urteil und bezeichnete es laut dem Onlinemagazin als Sieg.  Das Berufungsgericht habe damit dem Antrag des Verteidigers entsprochen. Laut „Spiegel Online“ sagte dieser der Nachrichtenagentur „AFP“, sein Mandant bedauere „seine Entgleisungen“.

    Louis sei für seine antisemitische Einstellung bekannt, schreibt das Onlinemagazin weiter. Er war Chef der rechtsextremen Partei "Debout Les Belges" und von 2010 bis 2014 Abgeordneter im belgischen Repräsentantenhaus.

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    Gerichtsbeschluss, Verpflichtungen, Besuch, Konzentrationslager, Abgeordneter, Holocaust, AFP, Der Spiegel, Belgien