04:51 11 Dezember 2017
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    Eine Schule in Berlin

    Terrorziel Klassenzimmer? LKA und Senat wollen Berliner Schulen effektiver sichern

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    Das Landeskriminalamt (LKA) hat zusammen mit Beamten der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport sowie Vertretern der US-amerikanischen Botschaft die John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf überprüft. Wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, soll diese nicht ausreichend geschützt sein.

    Die Experten sind demnach zu dem Schluss gekommen, eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen sei dringend notwendig. Der Grund dafür sei, dass die Schule bilingual (deutsch-englisch) sei und ihre 1500 Schüler zu einem Ziel von Terroristen werden könnten. 

    „Wir haben hier ja auch Kinder von Botschaftsangehörigen“, zitiert die  „Berliner Zeitung“ Steffen Schulz, den neuen Oberstufen-Schulleiter.

    Die Schule habe sowohl einen deutschen als auch einen amerikanischen Direktor. Darüber hinaus sitze  ein Vertreter der US-Botschaft im Schuldirektorium, der Veto-Recht habe.

    Für den besseren Schutz des Schulgebäudes schlage das LKA nun vor, Zutrittskontrollen einzuführen. Vor allem bedeute das die Aufstellung der Kreuzbarrieren am Haupteingang, die mithilfe von Chipkarten zu entsperren wären. Um Einbrüche zu vermeiden, sollten dem LKA nach zudem alle Schlüssel an zentraler Stelle verwahrt und kontrolliert entnommen werden.

    „Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Schlüssel in die falschen Hände geraten“, sagt ein Sicherheitsexperte gegenüber der Zeitung.

    Für abends und nachts solle das Schulgebäude zudem mit einer auf Bewegung reagierende Beleuchtung versehen werden. Ebenso empfehlen die LKA-Beamten, eine Video- und Gegensprechanlage zu implementieren. 

    Wie die Zeitung schreibt, wird die Einrichtung der Schule ab dem nächsten Schuljahr 2018/19 zentral vom Senat verwaltet.

    „Wir wissen das große Interesse Berlins, die John-F.-Kennedy-Schule stärker zu unterstützen, sehr zu schätzen“, sagte Jeff Hovenier, amtierender Gesandter der US-Botschaft. 

    Auch andere Schulen betroffen

    Der „Berliner Zeitung“ zufolge gibt es nicht nur in der John-F.-Kennedy-Schule Probleme mit der Sicherheit, sondern auch in dem Französischen Gymnasium in Tiergarten, das etwa 1000 Schüler besuchen, davon viele französische Muttersprachler. 

    Das Hauptproblem bestehe darin, dass sich in der Nähe drogensüchtige Junkies und Prostituierte trieben, die für Unsicherheit sorgten. Deshalb sei rund um das Schulterritorium ein mit dem Denkmalschutz abgestimmten Stahlzaun errichtet worden.

    „Mit dem Zaun soll unterbunden werden, dass schulfremde Personen das Schulgelände betreten“, sagte Carsten Spallek, Stadtschulrat von Mitte. „Dazu gehören auch Prostituierte und deren Freier.“ 

    Auch für diese Schule werde ab dem nächsten Schuljahr der Berliner Senat verantwortlich sein, heißt es.

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    Tags:
    Experte, Schulen, Beleuchtung, Sicherheit, Berliner Landeskriminalamt (LKA), Senat, US-Botschaft, Berlin, Deutschland