21:11 24 November 2017
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    Mara Salvatrucha, MS-13, Mafia (Archivbild)

    „Schlimmer als al-Qaida“: MS-13 – die grausamste Mafia der Welt

    © AFP 2017/ Jordan PERDOMO
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    Mara Salvatrucha, auch unter dem Namen MS-13 bekannt, gilt als eine der brutalsten und gefährlichsten Gangs der Welt. Sie konnte zwar nicht so reich wie einige andere kriminelle Syndikate werden, ist aber in der ganzen Neuen Welt bekannt. Denn am meisten wollen ihre Mitglieder eines: Jedem, der sich mit ihnen anlegt, Angst machen.

    Die Gruppierung agiert in 42 US-Bundesstaaten und mehreren Ländern Lateinamerikas. Laut verschiedenen Quellen zählt sie 70.000 bis 100.000 Mitglieder. Ihre wichtigste Einnahmenquelle ist der Drogenhandel. Das Rauschgift bekommt sie aus Mexiko.

    Die Bande ist bekannt für ihre Grausamkeit: Die Lieblingswaffe ihrer Mitglieder ist die Machete. Einigen Opfern schneiden sie den Kopf oder die Geschlechtsorgane ab, mit denen dann unter anderem Hunde gefüttert werden. Auf den Leichnamen werden oft genau 13 Schnitte entdeckt – das ist eines der „Markenzeichen“ der Gangster und zugleich ein Warnsignal an alle, die es wagen, der Mara Salvatrucha Steine in den Weg zu legen. Die Zahl 13 steht für „Los Emes“ („The Ms“), wobei M – in den meisten Alphabeten der 13. Buchstabe – wiederum für „Mara“ steht und aus dem Spanischen übersetzt „Gang“ bedeutet. Der Name „Mara Salvatrucha“ heißt so viel wie „Die Bande von wandernden Ameisen aus El Salvador“.

    Ihre Mitglieder sind Mörder, Drogenhändler, Zuhälter und Erpresser. Eines ihrer aufsehenerregendsten Verbrechen begingen sie 2002 bei Boston (US-Bundesstaat Massachusetts), als sie zwei behinderte weibliche Teenager vergewaltigten. Eines dieser Mädchen litt an zerebraler Kinderlähmung und war auf den Rollstuhl angewiesen, das andere war taub. Die Gangster ließen sich nämlich nicht gefallen, dass der Vater eines der Mädchen wenige Tage zuvor sich mit einem Mafioso gestritten hatte.

    Im Jahr 2010 wurde das Mitglied der Mara Salvatrucha namens Rene Mejia für den Mord an einer Frau und ihrer zweijährigen Tochter zur Todesstrafe verurteilt.

    Besonders brutal geht die MS-13 mit Informanten in ihren eigenen Reihen um. „Wenn du eine Ratte bist, stirbst du“, heißt eine der Regeln der Bande. Diese Regel gilt ohne jegliche Ausnahmen. Eine gewisse Brenda Baz, die versucht hatte, mit ihrer kriminellen Vergangenheit zu brechen, und das FBI über die Aktivitäten der Gang informierte, wurde von ihrem eigenen Freund getötet, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt mit dem gemeinsamen Kind schwanger war.

    Die Brutalität der Mara Salvatrucha äußert sich im Kleinen wie im Großen: Selbst das Schwurritual ihrer Mitglieder besteht darin, dass ein neues Mitglied 13 Sekunden lang von den anderen Mitgliedern der Gruppierung zusammengeschlagen wird. Dann bekommt es seinen ersten Auftrag: Es soll jemanden verprügeln, berauben oder umbringen. Der Mara Salvatrucha treten oft Teenager bei, manchmal sogar Kinder im Alter von nur acht Jahren.

    Dabei hat die MS-13 keinen einheitlichen Führer und auch keine klare Struktur: Es sind im Grunde eigenständige Banden, die unter der Marke „Mara Salvatrucha“ handeln. Das Motto der Gang lässt sich aus dem Spanischen wie folgt übersetzen: „Töte. Vergewaltige. Verwalte“. Die MS-13-Mitglieder versuchen nicht einmal, ihre Angehörigkeit zu dieser Gang zu verheimlichen. Im Gegenteil: Sie sind leicht an ihren speziellen Tattoos zu erkennen. Und noch ein Markenzeichen haben sie: Sie tragen weiß-blau karierte Hemden.

    Mara Salvatrucha wurde einst von Flüchtlingen aus El Salvador gegründet, die ihre Heimat wegen des dortigen Bürgerkriegs verlassen mussten, der von 1979 bis 1992 dauerte. Viele Einwohner des Landes, besonders die Mitglieder von linksorientierten Partisanenabteilungen, mussten vor antikommunistischen „Todesschwadronen“ fliehen.

    Als Flüchtlinge konnten sie keine legale und gut bezahlte Arbeit finden. In der kriminellen Welt herrschten schon damals verschiedene ethnische Gruppierungen, aber keine von ihnen hatte das, was die MS-13 hatte: Ihre Mitglieder wussten aus eigener Erfahrung, was ein richtiger Krieg ist. Die MS-13-Gründer hatten in ihrer Heimat Dinge gesehen, nach denen sie kein Problem damit hatten, Menschen brutal und absolut kaltblütig zu töten.

    Als die US-Regierung begann, MS-13-Mitglieder nach El Salvador abzuschieben, konnte die Gang davon umso mehr profitieren: Deportierte Banditen suchten nach neuen Anhängern, und so wurde das Netzwerk noch größer.

    Um den Umfang der Aktivitäten der MS-13 nachzuvollziehen, muss man ja nur daran denken, dass US-Präsident Donald Trump im Juli als eines der Ziele seiner Administration die „Entwaffnung, Vernichtung und Ausrottung der MS-13“ verkündete. Gleichzeitig forderte er die Polizei auf, „nicht zu milde“ gegenüber den Gangstern zu sein. „Sie sind ja noch schlimmer als die al-Qaida“, betonte Trump.

    Neben den traditionellen „Mara Salvatrucha“-Kurzzeichen tragen viele Mitglieder der Gruppierung „Dreieck“-Tattoos aus drei Punkten, die für die Orte stehen, wo sie sterben können: Krankenhaus, Gefängnis und Friedhof.

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    Tags:
    Flüchtlinge, Grausamkeit, Mafia, Donald Trump, Lateinamerika
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