18:17 11 Dezember 2017
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    Polizei, Berlin (Archivbild)

    Berlin: Polizei verzeichnet Zunahme bei ausländischen Tatverdächtigen

    © AFP 2017/ John MACDOUGALL
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    Rund 66 000 Menschen wurden in Berlin im vergangenen Jahr einer Straftat verdächtigt. 45 Prozent von ihnen hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit. Im Vergleich zu 2015 sind das knapp fünf Prozentpunkte mehr. Dies zeigt die neue Kriminalstatistik der Berliner Polizei, wie die Zeitung „Berliner Morgenpost“ berichtet.

    Auch Touristen oder "reisende Tätergruppen" zählen zu ausländischen Tatverdächtigen – osteuropäische Banden etwa, die sich auf Taschendiebstahl oder Einbrüche spezialisiert haben, wie die Zeitung schreibt. Auch haben Straftaten im Bereich des Asyl- und Ausländerrechts zu höheren Zahlen bei nichtdeutschen Tatverdächtigen beigetragen.

    Wie aber sehen die Zahlen aus, wenn man solche Verzerrungen von der Statistik abzieht?

    Betrachtet man nur jene Tatverdächtigen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit, die auch in Berlin wohnen, reduziert sich laut dem Blatt der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen auf gut 37 Prozent. Dies sind dann drei Prozentpunkte mehr als in 2015. Man beachte: Im gleichen Zeitraum ist auch der Anteil der in Berlin lebenden Ausländer gestiegen, wie die Zeitung schreibt.

    Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, „dass ein Ausländer als Tatverdächtiger auffällt, etwas mehr als doppelt so hoch wie bei einem Berliner mit deutschem Pass“, schreibt die Berliner Zeitung weiter. Dies sei aus der sogenannten Tatverdächtigenbelastungszahl ersichtlich. Dieser Wert zeigt an, „wie häufig Anhänger einer Bevölkerungsgruppe im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung als Tatverdächtige registriert werden.“

    Ausgerechnet die FDP – ein bekannter Verfechter des "schlanken Staates" – fordert angesichts dieser Zahlen laut dem Blatt eine bessere Ausstattung der Sicherheitsbehörden.

    "Wenn wir mehr Zuwanderung haben und dadurch überproportional mehr Kriminalität, muss unsere Sicherheitsarchitektur deutlich überproportional mitwachsen", sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Marcel Luthe, laut der Zeitung.

    Der Innenexperte der Grünen, Benedikt Lux, sagte, es gebe nichts schönzureden. Man dürfe aber auch nicht ganze Bevölkerungsgruppen unter Generalverdacht stellen.

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    Tags:
    Ausland, Tatverdächtigte, Analyse, Verbrechen, Polizei, Deutschland
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