13:13 18 November 2018
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    Der satirische Soundtrack zur „Jamaika-Koalition“

    „ISIS Love“ und „Özdemir Soldier“ – Der satirische Soundtrack zur „Jamaika-Koalition“

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    Die nach der Bundestagswahl mögliche „Jamaika-Koalition“. beschäftigt derzeit nicht nur Politik und Medien. Auch die Unterhaltungsbranche hat das Thema für sich entdeckt und fragt: Was hat die Troika aus CDU, FDP und den Grünen mit der sonnigen und entspannten Karibikinsel außer den Farben gemein?

    Für den Betreiber des Youtube-Channels von „Snickers für Linkshänder“, Willy Karma, ist das Wort Jamaika in letzter ein paar Mal zu oft gefallen. Es habe ihn „irgendwann so gestresst, weil Jamaika sich so nach Sun und Fun anhört“, dass er es künstlerisch verarbeiten musste.

    Und das kam raus:

    Karma bezeichnet das Produkt als eine „fiktive Compilation mit Bob-Marley-Songs, die das aktuelle politische Geschehen so widerspiegelt“. Die CDU habe er als „urdeutsche Partei“ karikieren wollen und ist sich sicher: „Bob Marley hätte mir seinen Segen gegeben, bestimmt.“

    Auch Lindners Wahlkampf als Ego-Tour hat der Channelbetreiber aufs Korn genommen, indem er ein Lied über die Selfies des Kandidaten zum Album hinzufügte. Und Gauland ruft sein Album zu: „Stand up for the Right“.

    Etwas aus der Reihe fällt der Song „Özdemir Soldier“, den Karma so erklärt, dass die „Jamaika-Koalition“ „aus der Not geboren“ sei. Die Grünen würden vielleicht bald bei Dingen mitmachen, „die dem Urprogramm der Grünen gar nicht entsprechen“. Also habe er Cem Özdemir eine Uniform angezogen und ein Gewehr in die Hand gedrückt.

    Satirische Antworten auf ernste Fragen

    Hier zeigt sich, dass „Jamaica Flavor Bundestags-Edition“ ein Konzeptalbum ist, denn der Track „ISIS Love“ baut für Karma auf „Özdemir Soldier“ und „No Wummen, no Cry“ auf. Denn die Antwort auf Fragen wie die rund um die ISIS sei teilweise die, dass durch Kriege und Waffen Gegenaggressionen entstünden. „Und so hat die Bundesregierung auch wieder mit der ISIS zu tun.“

    Ein Track auf dem Album hat mit ihnen allen zu tun – egal, ob in der Jamaika-Koalition, in der Opposition oder auf der Karriereleiter weiter unten: „It wasn't me“ (Deutsch: Das war nicht ich). „Der Song ist so geil, weil sozusagen die Sachen so offensichtlich sind, die im Video passieren – und das ist ja auch in der Politik so“, so Karma. „Alle wollen für gute Dinge sein und wollen Macht. Aber wenn es dann darum geht, was man erreicht oder vermasselt habe, dann war es am Ende keiner. Es waren immer die anderen."

    Das „Time Lies“-Format, in dem Willy Karma solche Compilations produziert, baut auf der „Time Life“-Werbung auf, die früher im Fernsehen zu sehen war. Das Format komme gut an und sei „ein Weg, die Sachen nicht ganz so ernst, aber pointiert und aktuell und mit viel Spaß zu verarbeiten.“ Karma ist aber nicht nur als Satiriker auf Youtube unterwegs, sondern veröffentlicht auch lustige sowie ernste Bücher. Zwei seiner Bücher können derzeit per Crowdfinanzierung erworben werden.

    Valentin Raskatov

    Das Interview mit Willy Karma zum Nachhören:

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    Tags:
    Humor, Bildung, Koalition, Bundestag, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Cem Özdemir, Deutschland