14:03 23 Juli 2018
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    Anhänger des Unabhängigkeitsreferendums in der Universität Barcelona

    Katalonien: Referendums-Befürworter wollen Wahllokale nicht an Polizei abtreten

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    Die Befürworter des Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien, die Schulen in Barcelona besetzt haben, wollen diese trotz der Aufforderung durch die Polizei nicht verlassen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur RIA Novosti unter Berufung auf einen Aktivisten.

    Am Vorabend hatten Schüler mit ihren Eltern nach einer entsprechenden Aufforderung durch Schulvereinigungen Lehreinrichtungen besetzt, damit die Ordnungskräfte diese am Sonntag nicht schließen und die Durchführung der Volksabstimmung nicht verhindern können.

    Laut einem der Aktivisten, Marc, hielten sich in der Nacht auf Samstag beispielsweise in der Schule Reina Violant in Barcelona vier Familien mit ihren Kindern auf, denn nach den Schulregeln dürfen sich in der Nacht nur Schüler und ihre Eltern in einem Schulgebäude befinden. Weitere 15 Aktivisten hätten die Schule von außen, vor deren Toren, bewacht.

    Dreimal in der zurückliegenden Nacht seien katalanische Polizisten zu den Aktivisten gekommen, sagte Marc. Zuerst hätten sie bekanntgegeben, dass sie am Sonntagmorgen die Schule schließen würden, um die Abstimmung zu verhindern. Nachdem die Schule für das Wochenende offiziell geschlossen worden sei, sei die Polizei noch einmal gekommen. „Am Morgen kamen sie erneut, um nachzusehen, was hier vor sich geht. Sie wollten, dass wir irgendwelche Papiere unterschreiben, wir haben das jedoch nicht getan."

    Trotz der Aufforderung durch die Polizei hätten die Aktivisten das Schulgebäude nicht verlassen, betonte Marc. Dabei gebe es in der Schule Reina Violant, die am Sonntag zu einem Wahllokal werden solle, bislang keine Wahlurnen und Stimmzettel. „Wir warten, bis jemand von der katalanischen Regierung kommt", sagte er.

    „Falls die Schule geschlossen sein wird, sind wir bereit, die Sperreinrichtungen der Polizei zu durchbrechen, um hierher zu kommen und abzustimmen. Wir wollen die Situation zu Ende bringen", so der Aktivist.

    „Wir wollen von unserem Recht, von der Demokratie Gebrauch machen, allerdings ist es uns nicht erlaubt, abzustimmen", bedauerte er.

    Am Samstagabend sollen weitere Anhänger des Referendums zu der Schule kommen: „Heute erwarten wir eine Menge Menschen", sagte Mark abschließend.

    Laut der Zeitung „El Mundo" kamen vier Beamte der spanischen Polizeieinheit Guardia Civil in das Gebäude des IT-Zentrums der katalanischen Regionalregierung, um die Software zur Auszählung der Stimmen beim Unabhängigkeitsreferendum auszuschalten. Damit kommt die Polizei einer entsprechenden Anordnung des Höchsten Gerichts von Katalonien nach.

    Am 6. September hatte Kataloniens Parlament das so genannte Referendumsgesetz verabschiedet. Das Gesetz sieht eine für den 1. Oktober geplante Volksabstimmung über die Abtrennung der Region von Spanien vor. Die spanische Regierung hat die Volksabstimmung als illegal bezeichnet. Umfragen zufolge sind 41 Prozent der Einwohner für eine Abtrennung und 49 Prozent dagegen. 80 Prozent der Einwohner wollen, dass dieses Referendum stattfindet.

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    Tags:
    Polizei, Wahllokale, Unabhängigkeitsreferendum, Katalonien, Spanien
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