13:54 09 April 2020
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    Die gefährlichsten Herpes-Unterarten hat der Mensch von den Vorfahren der Schimpansen „geerbt“, mit denen die frühen Menschen vor etwa 1,5-3 Millionen Jahren Kontakte hatten. Dies berichtet das britische Fachmagazin „Virus Evolution“.

    „Mit Herpes können sich nicht nur Menschen, sondern auch Tiere oder sogar Korallen anstecken. Bemerkenswert ist, dass jede Tierart seine eigenen Stämme von Herpes hat. Damit diese Viren auch andere  Arten infizieren können, sind zwei Voraussetzungen nötig: eine erfolgreiche Mutation sowie ein Körperkontakt“, sagt Charlotte Houldcroft, eine Biologin aus der Cambridge University.

    Das Herpes-Virus ist momentan eines der populärsten Viren in der Welt. Es besteht aus zwei Subviren: Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1), das  Lippenherpes verursacht, und Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2), der den sexuell übertragbaren Genitalherpes ausgelöst. Laut den Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind etwa eine Hälfte aller erwachsenen Menschen weltweit mit HSV-1 infiziert, und 10-16 Prozent der Menschen leiden an HSV-2. 

    Seit langem galt Herpes und insbesondere HSV-1 als ein harmloser Virus, aber in den letzten Jahren haben die Forscher herausgefunden, dass Herpes für die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit sowie für Enzephalitis und einige Formen von Genitalienkrebs verantwortlich sein könnte. 

    Dem Bericht nach sei die Situation deshalb kompliziert, weil es keinen Impfstoff gegen Herpes gebe, so bleibe dieses Virus das ganze Leben lang im menschlichen Organismus.

    Houldcroft und ihre Kollegen haben die DNA verschiedener Stämme von Menschenherpes und des von seinen Affenvettern studiert, um die Genealogie des Virus festzustellen und um zu verstehen, in welcher Zeitperiode unsere fernen Vorfahren sich zum ersten Mal damit angesteckt hatten.

    Den Wissenschaftlern nach hat das HSV-1 eine längere Evolutionsgeschichte – es könnte vor knapp 7-8 Milliarden Jahren entstanden sein, als die Vorfahren von Schimpansen, Mensch und Bonobo sich getrennt hatten.

    Dagegen sei die Evolutionsgeschichte von HSV-2 kürzer, aber interessanter. Dieses Virus war vor 1,5-2 Millionen Jahren unter den Menschen aufgetaucht. Es soll von den Vorfahren der modernen Schimpansen sowie von einer Familie der Primaten (Hominiden) ausgegangen sein und als das sogenannte „Übergangsglied“ im Prozess der Virus-Adaption an den menschlichen Organismus gedient haben.

    Höchstwahrscheinlich waren es den Forschern zufolge die Paranthropus-Arten (eine fossile Gattung der Homini in der Familie der Hominiden), die als Übergangsglied gedient haben könnten. 

    Es bleibt aber ein Rätsel und insbesondere ist unklar, wie dieses Virus es gelernt hat, beim Geschlechtsverkehr übertragen zu werden und hauptsächlich die Geschlechtsorgane zu infizieren.

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    Tags:
    Organismus, DNA, Virus