14:23 10 Dezember 2019
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    Französische Staatsanwaltschaft fordert Prozess gegen Nicolas Sarkozy - Medien

    © AFP 2019 / Kirill Kudryavsev
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    Die Nationale Finanzstaatsanwaltschaft Frankreichs hat gefordert, den Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy vor Gericht zu stellen. Das berichtet die Zeitung „Le Parisien“ am Samstag unter Verweis auf ihre Quellen in den juristischen Kreisen.

    Demnach soll Sarkozy der Korruption, der Bestechlichkeit und der Verletzung des Berufsgeheimnisses angeklagt werden. Ähnliche Vorwürfe soll es auch gegen Sarkozys Rechtsanwalt, Thierry Herzog, und den ehemaligen leitenden Staatsanwalt beim Kassationsgerichtshof Gilbert Azibert geben.

    Nach Angaben der Zeitung hat die Staatsanwältin Eliane Houlette die Anklage bereits unterzeichnet, sie sei dem ehemaligen Staatschef jedoch noch nicht überreicht worden. Laut der Nachrichtenagentur AFP wollte die Staatsanwaltschaft die Informationen von „Le Parisien" weder bestätigen noch dementieren.

    Nach dem heutigen Ermittlungsstand hatte Sarkozy 2014 versucht, von Azibert geheim gehaltene Informationen über Herzog zu bekommen. Auf diese Weise wollte er seine Unterlagen zurückbekommen, die im Rahmen der Ermittlungen zu der sogenannten Bettencourt-Affäre beschlagnahmt worden waren. Der Hauptanteilseignerin am Kosmetikkonzern „L'Oréal", Liliane Bettencourt, wurde vorgeworfen, die Präsidentschaftswahlkampagne von Sarkozy 2007 illegal finanziert zu haben.

    Die Inhalte von Sarkozys Gesprächen mit Herzog kamen schon nach dem Ende seiner Amtszeit als Staatspräsident ans Licht. Die Ermittler vermuteten, dass auch der damalige libysche Staatschef Muammar Gaddafi die Wahlkampagne von Syrkozy mitfinanziert haben könnte. Deshalb wurden Sarkozys Telefongespräche abgehört. Als Gegenleistung soll Sarkozy Azibert versprochen haben, einen Prestigeposten in Monaco für ihn zu vermitteln.

    Dabei vermutete Sarkozy offensichtlich, dass seine Telefonnummer angezapft werden könnte und benutzte für seine Telefongespräche mit dem Rechtsanwalt ein Handy, das unter dem falschen Namen Paul Bismuth registriert wurde. Herzog bediente sich einer Prepaid-Handy-Karte, die ohne Vorlage jeglicher Ausweise gekauft werden konnte.

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    Tags:
    Staatsanwaltschaft, Anklage, Gericht, Korruption, Nicolas Sarkozy, Frankreich