SNA Radio
    Tschechiens Präsident Milos Zeman

    „Schurke“: Tschechiens Präsident sorgt mit Krim-Aussage für Entrüstungswelle in Kiew

    © AP Photo / Petr David Josek
    Panorama
    Zum Kurzlink
    61233
    Abonnieren

    Die jüngste Äußerung des tschechischen Präsidenten Milos Zeman, dem zufolge Kiew den Verlust der Halbinsel Krim hinnehmen soll, hat bei einigen Abgeordneten der Werchowna Rada (ukrainisches Parlament) Empörung hervorgerufen.

    So nannte der Rada-Abgeordnete der Partei „Batkiwschtschina“ („Vaterland“) Leonid Jemez auf Facebook Zeman einen „Schurken“. Der fraktionsfreie Abgeordnete Boris Beresa schrieb in den sozialen Netzwerken, der tschechische Staatschef sei eine „glamouröse Kanaille“.

    „Erst unlängst haben Ärzte Zeman empfohlen, weniger Alkohol zu konsumieren. Darauf antwortete er, dass er nicht weniger trinken werde. Nach einer derartigen Aussage sehe ich, dass er damals nicht gelogen hat“, so Beresa.

    Indes bezeichnete Vize-Parlamentschefin Irina Geraschtschenko Zemans Worte in Bezug auf die Krim als ungeheuer zynisch.  

    „Es ist sehr traurig, eine völlige politische Degradierung zu sehen. Die tschechische Delegation, die sich unter diesem Zustrom der Prinzipienlosigkeit und fehlender Moral peinlich und unangenehm fühlte, hat Mitleid ausgelöst“, sagte sie.

    Zuvor am Dienstag soll Zeman bei einer PACE-Tagung die Wiedervereinigung der Krim mit Russland als „geschehene Dinge“ eingestuft und betont haben, dass die antirussischen Sanktionen ineffektiv seien. Zudem soll er die Ukraine und Russland dazu aufgerufen haben, einen direkten Dialog aufzunehmen.

    Die Behörden in Kiew erkennen das auf der Krim am 16. März 2014 durchgeführte Referendum über die Wiedervereinigung mit Russland und die nachfolgende Eingliederung der Halbinsel in den Bestand der Russischen Föderation nicht an und betrachten die Krim weiterhin als einen Bestandteil der Ukraine. Die Regierung in Kiew hält die Krim weiter für ein ukrainisches, zeitweilig „okkupiertes Territorium“. Ausländer und Personen ohne Staatsbürgerschaft dürfen die Krim laut den ukrainischen Gesetzen nur mit einer speziellen Erlaubnis über Grenzkontrollpunkte besuchen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Krim-Äußerungen von Tschechiens Präsident Zeman beunruhigen Kiew
    Kreml: "Krim-Rückgabe wird nicht diskutiert und wird nicht diskutiert werden"
    Krim-Gold: Kiew erhofft Rückgabe der Kollektion bis Ende 2017
    Poroschenko kündigt Beginn der Rückgabe der Krim an Ukraine an - Medien
    Tags:
    Facebook, Werchowna Rada, Vaterland (Batkiwschtschina), Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PACE), Boris Beresa, Irina Geraschtschenko, Leonid Jemez, Milos Zeman, Krim, Ukraine, Tschechien