01:54 17 Oktober 2017
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    Su-24 auf dem Militärflugplatz Hmeimim (Archivbild)

    Su-24-Unglück: Warum vollbewaffneter Bomber nicht abheben konnte - Medien

    © Sputnik/ Maxim Blinow
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    Einen Tag nach dem Unglück einer russischen Su-24 in Syrien will die Zeitung „Kommersant“ mithilfe von Augenzeugen den Hergang des tödlichen Vorfalls auf dem Militärflugplatz Hmeimim rekonstruiert haben.

    Der taktische Bomber habe einen Routineangriff gegen Terroristen fliegen sollen, berichtet das Blatt (Mittwoch-Ausgabe). Der vollbetankte und für den Kampfeinsatz ausgerüstete Jet sei problemlos zum Start gerollt und habe begonnen zu beschleunigen.

    Als er zwei Drittel der Startbahn bereits hinter sich hatte und die für den Start erforderlichen 400 km/h erreichte, sei etwas schief gegangen: Der Jet sei nicht vom Boden freigekommen, sondern überraschend weitergerollt, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Militärkreise.

    Wenige Sekunden später habe die Su-24 schon das Ende der Startpiste erreicht. Ihr Vorderfahrwerk sei abgebrochen, die Maschine sei mit der Nase in den Boden gerast und in Brand geraten.

    „Kerosin strömte aus den kaputten Tanks aus, es kam zu einer Explosion, die den Bomber zu einem Haufen Schrott  machte. Die beiden Piloten hatten keine Chance“, hieß es.

    Ein weiterer Augenzeuge erzählte „Kommersant“, warum der Bomber nicht abgehoben war.

    Nach seinen Angaben waren das Höhenruder und die Klappen bei dem Start nicht in den Startmodus gebracht worden. Schuld daran könnte sowohl ein technischer Defekt als auch Versagen der Piloten gewesen sein.

    „Die Piloten hofften offenbar bis zum letzten Moment, doch noch starten zu können. Als die Startgeschwindigkeit erreicht wurde, konnten sie die Su-24M nicht mehr stoppen.“ Genauere Erkenntnisse soll der Flugschreiber der Maschine liefern, der bereits geborgen worden sei, berichtet die Zeitung weiter.

    Die Su-24 war am Dienstag auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim im nordsyrischen Latakia über die Startpiste hinaus geschossen und auseinandergebrochen. Die zweiköpfige Besatzung habe sich nicht mehr rechtzeitig aus dem Cockpit retten können und sei umgekommen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Ersten Erkenntnissen zufolge habe ein technischer Defekt zu dem Vorfall geführt.

    Suchoi Su-24 (Nato-Code Fence) ist ein zweisitziger Frontbomber, der bereits in der Sowjetunion entwickelt worden ist. Seit Beginn ihres Anti-IS-Einsatzes in Syrien vor zwei Jahren hat die russische Luftwaffe bereits zwei Maschinen dieses Typs verloren.

    Ende 2015 schoss die Türkei eine russische Su-24 ab, als diese IS-Stellungen im syrischen Grenzgebiet bombardierte. Der Vorfall, bei dem einer der beiden Piloten ums Leben kam, vergiftete die Beziehung zwischen Ankara und Moskau für Monate. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan musste sich persönlich für den Abschuss des Jets und den Tod des Piloten entschuldigen.

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    Tags:
    Su-24M, Luftwaffe, Syrien, Russland