10:33 24 November 2017
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    TV-Moderatorin Xenia Sobtschak

    Ist das Putins Nachfolgerin? Reaktionen aus dem Netz und Medien

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    Panorama
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    Die Erklärung der bekannten russischen Moderatorin Xenia Sobtschak, 2018 für das Präsidentenamt zu kandidieren, hat eine heftige Reaktion im Netz ausgelöst und ist in vielen westlichen Medien thematisiert worden.

    Russische Wähler erinnerten Sobtschak an ihre Vergangenheit als Moderatorin einer skandalösen Reality-Show „Dom-2“ (zu Deutsch: Haus-2), bei der sich junge Leute rund um die Uhr vor Kameras befinden und ihre beste Hälfte zu finden versuchen. Die Teilnahme der Moderatorin an den künftigen Präsidentschaftswahlen bezeichneten Internet-User daher als eine neue Reality-Show „Dom-3“.

    „Regierungssitzung unter Xenia Sobtschak“, schrieb ein User unter dem Nicknamen Mister Goodween. 

    ​So soll die „Blondine in Schokolade“, wie sie sich selbst in einer TV-Show betitelte, aus Sicht einiger Nutzer Geld für ihre Wahlkampagne sammeln:

    ​Die anderen verglichen die Oppositions-Aktivistin und einzige Tochter des früheren St. Petersburger Bürgermeisters Anatoli Sobtschak mit westlichen Politikern, darunter mit Hillary Clinton:

    ​Im Internet wird Xenia auch als „junge Version eines russischen Trumps“ bezeichnet. Kein ganz schräger Vergleich. US-Präsident Donald Trump moderierte schließlich auch Fernsehshows und wurde als Salonlöwe gehandelt.

    „Schaut mal, Trump kandidierte ebenfalls ganz aus Witz und gewann“, schrieb ein User unter dem Namen ChernayaSotnya. 

    „Russische Paris Hilton“

    Bevor Xenia Sobtschak Journalistin wurde, war sie eher als TV-Star und Glamour-Girl in Russlands höheren Kreisen bekannt. „Russische Paris Hilton fordert Wladimir Putin heraus“, schrieb die britische Zeitung „The Independent“. Aus Sicht des Autors des Artikel wird Xenias Kandidatur die bestmögliche für den Kreml sein, da sie angeblich Chancen habe, die Opposition zu spalten und einige ihrer Wählerstimmen für sich zu gewinnen.

    „The Guardian“ zitiert Analytiker, die der Meinung sind, dass Sobtschaks Kandidatur die Wahlen legitimer machen und den Wahlkampf beleben werde, bei der sich „Putins ältliche Opponenten“ langweilig verhalten und schon längst auf die reale Konkurrenz verzichtet hätten.

    Kandidatin gegen alle

    Mit einem flammenden Appell kündigte Sobtschak ihre Kandidatur bei den russischen Präsidentenwahlen 2018 an. Junge Leute hätten seit Jahren immer nur dieselben Politiker zur Auswahl, sagt sie in einem Videoclip.

    „Als ich 18 war, wurde Wladimir Putin Präsident. Die Kinder, die in diesem Jahr geboren wurden, gehen dieses Mal selber wählen“, sagte Xenia Sobtschak in einem Video, das sie auf ihrer Website veröffentlichte. Seit fünf Jahren demonstriere sie mit Oppositionellen. Sie habe verstanden, dass das Leben ganz schlimm werde, wenn niemand versuche, etwas zu ändern.

    „Ich bin Journalistin, Blondine in Schokolade, Tochter eines Reformators, ein Mitglied des Koordinierungsrats der russischen Opposition – vielleicht bin ich nicht Ihr Kandidat – meine Teilnahme an den Wahlen in den oben beschriebenen Positionen ist für das russische politische System nützlich“, heißt es in ihrem Brief, der auf der Seite der russischen Zeitung „Wedomosti“ veröffentlicht wurde.

    Reaktion des Kremls

    Dem Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, zufolge entspreche die Kandidatur von Sobtschak den Forderungen der Verfassung an diejenigen, die an Präsidentschaftswahlen teilnehmen wollen. Der Kreml-Sprecher warnte Xenia zugleich, dass Politik eine ganz andere Substanz als Journalismus sei.

    „Xenia ist eine sehr begabte Person, sie hat in den letzten Jahren viel Erfahrung gesammelt“, sagte Peskow. Er glaube aber, dass sie in der Politik, wenn sie es damit erst meine, „ihre Erfahrungen von Grund auf sammeln muss“.         

    Tags:
    TV-Show, TV-Moderator, Erfahrungen, Wahlkampagne, Teilnahme, Kandidat, Appell, Vergleich, Reaktion, Geld, Präsidentenwahl, Internet, Kreml, Xenia Sobtschak, Russland
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