23:05 22 November 2017
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    Das Team der Hochschule Bochum

    Deutschland ist Vizeweltmeister im Solarwettfahren! – „World Solar Challenge 2017“

    © Foto: Hochschule Bochum, Stefan Spychalski
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    Trotz ungewöhnlichen Wetters hat ein Team aus Bochum mit seinem Solarfahrzeug am letzten Sonntag den zweiten Platz der „World Solar Challenge 2017“ in Australien belegt. Das jährliche Rennen soll auf Elektroautos aufmerksam machen und ihre Attraktivität steigern. Ein deutscher Teilnehmer berichtet.

    In Australien fuhren in der vergangenen Woche Teams aus unterschiedlichen Ländern mit Solarfahrzeugen bei der „World Solar Challenge 2017“ um die Wette. Gewonnen hat ein holländisches Team aus Eindhoven mit seinem Fahrzeug „Stella Vie“.

    Das Fahrzeug der Holländer:

    An zweiter Stelle in der „Cruiser“-Klasse kam das deutsche Team aus Bochum mit ihrem „Blue Cruiser“ von ThyssenKrupp:

    Zweiter Platz: Das Bochumer SolarCar
    © Foto: Matthias Koenig
    Zweiter Platz: Das Bochumer SolarCar

    Das Rennen, das seit 30 Jahren alle zwei Jahre stattfindet, verlief einmal mitten durch Australien. Insgesamt mussten die Fahrzeuge auf der Strecke von Darwin nach Adelaide 3.000 Kilometer zurücklegen, wofür von den Veranstaltern sechs Tage Dauer angesetzt wurden.

    Deutsches Team „Blue Cruiser“ berichtet von Tag 2:

    Doch obwohl es hier quer durch Steppen und Wüsten ging und grelle Sonne und Hitze hier Standard sind, berichtete Stefan Spychalski, Diplomingenieur von der Hochschule Bochum und Teil des „Blue Cruiser“-Teams: „Wir haben in diesem Jahr extreme Wetterverhältnisse gehabt.“ Stürme habe es gegeben, mit Blitzen und Regen – für die Jahreszeit in Australien ungewöhnlich.

    Deutsches Team “Sonnenwagen” berichtet von den Problemen an Tag 4:

    Abgesehen von den Pannen, die es wegen des Wetters und unvorhergesehener Ereignisse gab, fuhren die Wagen nicht Tag und Nacht durch. Sie waren zwischen 8 und 17 Uhr mit einer Geschwindigkeit um 75 bis 80 Kilometer pro Stunde unterwegs. Nachts rasteten die Teams an geeigneten Stellen und luden die Akkus der Autos auf. Deswegen ist der Begriff „Solar Challenge“ auch etwas irreführend, da die Solarzellen den Energiebedarf des Autos nicht decken, sondern lediglich „die Energiebilanz erhöhen“, so Spychalski.

    Die beiden deutschen Teams SolarCar (Bochum) und Sonnenwagen (Aachen):

    Mit Abstand vorne war am Ende der Reise das holländische Auto aus Eindhoven. Vor allem beim Kriterium Energieverbrauch habe es die anderen Fahrzeuge mit Abstand geschlagen. Auf die Frage, ob das ein Ansporn sei, für 2019 noch mehr Energie in die Effizienz des Bochumer Fahrzeuges zu stecken, antwortete Spychalski, es ginge nicht nur um Effizienz, sondern auch um Attraktivität: „Uns interessiert auch immer der emotionale Aspekt der Elektromobilität.“ Auf dem Markt für Elektroautos gäbe es „eine Reihe hässlicher Gestalten“. Deswegen sei in Bochum großes Gewicht auf schickes Design gelegt worden.

    Über das „World Solar Challenge“ sollen Menschen also auch für das Thema Elektromobilität sensibilisiert werden. In Serie ist der „Blue Cruiser“ aber bisher nicht gegangen. „Fragen Sie mich vielleicht in zwei Jahren, dann können wir darüber reden“, sagte Spychalski dazu.

    Valentin Raskatov

    Das Interview mit Stefan Spychalski zum Nachhören:

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    Tags:
    Solarfahrzeug, Rennen, Bochum, Australien, Deutschland
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