21:33 22 November 2017
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    Der Buchfink (Archivbild)

    Vogelsterben in Deutschland: Über zwölf Millionen Brutpaare weniger

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    Die Zahl der Vögel in Deutschland ist stark zurückgegangen. Laut einer aktuellen Studie des deutschen Naturschutzbundes (Nabu) sind innerhalb weniger Jahre mehrere Millionen Brutpaare verlorengegangen. Als Ursache für das Vogelsterben nennt Nabu die intensive Landwirtschaft.

    Die am Mittwoch veröffentlichte Auswertung  zeigt einen drastischen Rückgang der Vogelbestände: Innerhalb von zwölf Jahren sind es 12,7 Millionen Brutpaare weniger geworden. Der Nabu habe dabei die Bestandsdaten der Bundesregierung von 2013 ausgewertet. 

    Rund 20 Prozent der verlorengegangenen Vögel stelle allein der Star, mit 2,6 Millionen Brutpaaren weniger sei diese Art am stärksten betroffen worden. Haussperlinge, Wintergoldhähnchen und Buchfinken folgen auf den weiteren Plätzen. Nabu zufolge haben vor allem die weit verbreitete Arten abgenommen.

    „Aufgrund dieser dramatischen Zahlen muss man von einem regelrechten Vogelsterben sprechen. Während wir es schaffen, große und seltene Vogelarten durch gezielten Artenschutz zu erhalten, brechen gleichzeitig die Bestände unserer Allerweltsvögel ein“, sagte der NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

    Für den Rückgang macht der Bund die intensive Landwirtschaft verantwortlich. Die Vögel fänden in der heutigen Agrarlandschaft außerhalb der Naturschutzgebiete keine Überlebensmöglichkeiten. Des Weiteren sei auch die Zahl der Insekten in den letzten Jahrzehnten stark gesunken.

    Nabu fordert nun die Koalitionsparteien der neuen Bundesregierung dazu auf, die grundlegende Reform der Agrarförderung auf EU-Ebene auszusetzen. Nur so lasse sich das Vogelsterben aufhalten und rückgängig machen.

     

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    Tags:
    Naturschutz, Vögel, Insekten, Rückgang, Landwirtschaft, Deutschland
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