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    Umstrittener Fonds-Manager Browder nun ohne US-Visum

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    Die US-Behörden haben dem Chef des britischen Fonds „Hermitage Capital“, William „Bill“ Browder, das Einreise-Visum entzogen. Dies teilte Browder in seinem Twitter-Account mit.

    „Abgesehen davon, dass Putin mich in die Interpol-Liste aufgenommen hat, haben auch die USA mein Visum annulliert", schrieb er. Als der ehemalige US-Botschafter in Russland, Michael McFaul, wissen wollte, ob das tatsächlich passiert war, erwiderte Browder: „Ja, es passierte an demselben Tag, als die Russen den 5. Interpol-Haftbefehl für mich ausstellten."

    ​Zuvor war bekannt geworden, dass Russland Browder in eine Interpol-Datenbank eingetragen hat, um einen Haftbefehl für ihn zu beantragen. Der Fonds-Manager war von 1995 bis 2007 einer der größten ausländischen Investoren in Russland. Später wurde er wegen Steuerhinterziehung angeklagt und 2013 von einem Moskauer Gericht in Abwesenheit zu einer neunjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

    Nach Angaben der Ermittler hatte der Hermitage-Chef allein im Namen der Firma „Kameja" illegal mehr als 130 Millionen Gazprom-Aktien im Gesamtwert von mindestens zwei Milliarden Rubel (damals umgerechnet 46 Millionen Euro) zum niedrigeren Binnenmarktpreis gekauft. Er habe Russland damit einen Schaden von besonders großem Ausmaß zugefügt.

    Der russische Anwalt Sergej Magnitski, dessen Tod durch einen Herzanfall in einem Untersuchungsgefängnis 2009 zum Anlass für die ersten Anti-Russlands-Sanktionen wurde, war bei „Hermitage Capital" tätig und wurde ebenfalls wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Ihm wurde vorgeworfen, im Auftrag des Hermitage-Chefs William Browder ein Steuerhinterziehungs-Schema ausgearbeitet zu haben. Der vom Fonds angerichtet Schaden wurde auf 522 Millionen Rubel (damals mehr als zwölf Millionen Euro) geschätzt.

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    Visum, William Browder, USA