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04:53 22 August 2019
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    Jeder fünfte deutsche Einwohner hat Migrationshintergrund und… meidet Ostdeutschland

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    Mit rund 18,6 Millionen Menschen, die einen Migrationshintergrund haben, ist Deutschland längst ein Einwanderungsland, schreibt „Die Welt“ unter Berufung auf das Jahrbuch des Statistischen Bundesamtes. Während aber in Gesamtdeutschland fast jeder fünfte Einwohner dieser Gruppe angehört, scheint sich kaum jemand im Osten niederlassen zu wollen.

    In der Studie seien Menschen gezählt worden, die nicht von Geburt an Deutsche seien oder nur einen Elternteil haben würden, auf den das zutreffe.  Nach den von dem Jahrbuch genannten Zahlen – rund 18,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund – „kann von biedermeierlicher Ruhe keine Rede mehr sein“,  betont „Die Welt“. Dabei seien Asylbewerber in der Statistik gar nicht erst mit einbezogen worden.

    „Und wenn es eine Erkenntnis der Ausgabe 2017 gibt, dann die: Deutschland ist längst ein Einwanderungsland“, konstatiert das Blatt.

    Die prozentual größte Bevölkerung mit Migrationshintergrund würden Bremen, Hamburg, Hessen und Baden-Württemberg mit je rund 30 Prozent besitzen.  Die niedrigsten Werte seien jedoch in Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu verzeichnen — in jedem dieser Bundesländer sind also quasi in den Grenzen der Ex-DDR nur rund 6,5 Prozent solcher Menschen vertreten.

    Insgesamt seien im Laufe der Jahrzehnte 4,3 Millionen Menschen allein aus EU-Ländern eingewandert, allen voran aus Ost- sowie auch Südeuropa oder seien als Kinder von Einwanderern in Deutschland  geboren worden, zitiert die Zeitung Georg Thiel, den neue Präsidenten des Statistischen Bundesamts bei der Vorstellung des Jahrbuchs in Berlin.

    „Die größte Gruppe von EU-Bürgern stellen die Polen. Insgesamt haben 783.000 polnische Staatsbürger den freien Personenverkehr genutzt und sich in Deutschland niedergelassen“, so Thiel. Danach kämen die Italiener mit 611.000 Einwohnern in der Bundesrepublik, gefolgt von den Rumänen, Griechen und Kroaten.

    Insgesamt würden aber 15 Prozent aller Personen mit Migrationshintergrund aus der Türkei, zehn Prozent aus Polen, 7 Prozent aus der Russischen Föderation, fünf Prozent aus Kasachstan und Italien, 4 Prozent aus Rumänien und mittlerweile auch drei Prozent aus Syrien (637.845 Menschen) stammen. 2,3 Millionen Menschen hätten Wurzeln im Nahen und Mittleren Osten, 740.000 Menschen seien afrikanischer Herkunft.

    Die meisten dieser Menschen habe die Jobsuche zum Umziehen nach Deutschland veranlasst.  Dies treffe jedoch nicht auf die größte ausländische Bevölkerungsgruppe – die Türken — zu. Die meisten türkischen Staatsbürger seien zwar als „Gastarbeiter“ nach Deutschland gekommen, seien nun aber überproportional oft in der Arbeitslosenstatistik vertreten, wobei dieser Trend auch in der zweiten und dritten Generation zu sehen sei. 

    Dabei wird angenommen, dass die Zahl sich künftig noch deutlich erhöhen könnte, da der Migrationsanteil bei Jugendlichen und Kindern stark ansteigt. So würden mittlerweile 38,1 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren, 37,2 Prozent aller Kinder zwischen 5 und 10 Jahren sowie 34,1 Prozent aller Kinder zwischen 10 und 15 Jahren einen Migrationshintergrund haben.

    Die Bevölkerung der Bundesrepublik wachse seit Jahren nur noch durch Zuwanderung, während seit vier Jahrzehnten mehr Einheimische sterben, als geboren werden.

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