20:53 21 April 2019
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    Alkoholismus und Depression (Symbolbild)

    Forscher nennen psychologische Ursache für Depression und Alkoholsucht

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    Menschen, die von ihren Eltern in der Kindheit oft verprügelt wurden, neigen mehr zu Depressionen und anderen psychischen Störungen, wie die Forscher aus der University of Michigan (Ann Arbor, USA) festgestellt haben. Dies berichtet das US-Portal Science Daily am Freitag.

    Unter „den Hintern versohlen“ versteht man gewöhnlich die Anwendung physischer Gewalt nicht mit dem Ziel, dem Kind ein Trauma zuzufügen, sondern damit es den Schmerz verspürt, wie einer von den Forschern und Dozent am Lehrstuhl für soziale Arbeit, Andrew Grogan-Kaylor, unterstrichen hatte.

    Häufig werde dies als eine Erziehungsmaßnahme und nicht als eine Art Gewalt gegenüber den Kindern betrachtet. Allerdings wollten die Wissenschaftler diese Praktiken nicht voneinander trennen, um die Natur der psychischen Probleme der Menschen besser zu verstehen.

    Grogan-Kaylor und sein Kollege Sean Lee haben Daten von über 8.300 Menschen analysiert, die im Laufe einer  Befragung in den amerikanischen Polikliniken gesammelt wurden. Die Teilnehmer sollten gestehen, wie oft sie von den Eltern bis zu ihrem 18. Lebensjahr einen Klaps bekommen hätten oder sogar verprügelt worden seien, ob die Eltern physische Gewalt angewandt, ihre Kinder erniedrigt oder beleidigt hätten. Die Teilnehmer sollten auch kurz über die Atmosphäre in der Familie erzählen.

    Im Endergebnis haben etwa 55 Prozent der Befragten mitgeteilt, dass sie in der Kindheit Prügel bekommen hätten. Die Forschung zeigte, dass jene Menschen, die dies in der Kindheit erlebten, mehr zu Depressionen, Selbstmordversuchen, Alkoholsucht und Drogengebrauch neigen.

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    Tags:
    den Hintern versohlen, Selbstmordversuch, Drogengebrauch, Alkoholsucht, Trauma, Forscher, Depression, Gewalt, Poliklinik, University of Michigan USA, Science Daily, Sean Lee, Andrew Grogan-Kaylor, Ann Arbor, Michigan, USA