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10:40 22 September 2019
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    Lenins Leiche im Moskauer Mausoleum (Archivbild)

    Wie lang wird Lenin noch gebadet?

    © Sputnik / Oleg Lasstotchkin
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    Ob man Lenins Leiche endlich begraben soll, ist in Russland ein heißes Eisen. Jüngst erst hat Moderatorin Xenia Sobtschak, die für die Präsidentschaftswahl in Russland kandidiert, gefordert, das russische Volk soll darüber in einem Referendum entscheiden. Wie lang aber bleibt der Leichnam überhaupt noch „frisch“?

    Die Zeitung „Moskowskij Komsomolez“ hat Experten befragt.

    Hochgiftige Stoffe hatte man einst genommen, um Lenins Verwesung aufzuhalten: Spiritus, Glycerin und Formaldehyd wurden seiner Leiche „verabreicht“. Ohne Erfolg: Nach wenigen Monaten setzten die natürlichen Zerfallsprozesse wieder ein.

    Da mussten die Bolschewiki entscheiden, ob sie die Leiche einfrieren oder eine andere Konservierungsmethode finden sollten. Ein Sowjetprofessor schlug vor, die Leiche in ein Bad mit spezieller Lösung einzutauchen – auf diese Weise hält man Lenin heute noch frisch. Wobei manche Haut- und Gewebestellen immer wieder mal gegen nichtorganische Verbindungen ausgetauscht werden müssen.

    Gegen die Verwesung scheint also doch kein Kraut gewachsen zu sein. Und die Leiche hat ja schon 93 Jahre auf dem Buckel. Wie lang hält Lenin noch durch?

    Der russische Biochemiker Gennadi Gorjuschkin sagt:

    „Das ist ein physisch konservierter Körper. Jene biochemischen Vorgänge, die zur Verwesung führen können, sind blockiert. In dieser Lage bleibt Lenin mindestens nochmal genauso lang unsterblich.“

    Der Biologe Alexander Markow von der Moskauer Lomonossow-Universität ist viel zuversichtlicher als sein Kollege: „Paläontologen erforschen seit Langem schon, wie lang biologisches Gewebe erhalten bleiben kann. Es gibt ja zum Beispiel versteinerte Bakterien, die dreieinhalb Milliarden Jahre alt sind. Selbst in den Knochen von Dinosauriern findet man heute noch Reste von Eiweißmolekülen. Und Lenins Leichnam wird in einer speziellen Glaskammer aufbewahrt, unter optimalen Bedingungen. Da bleiben die Überreste des Kommunistenführers noch weitere 1.000 Jahre unversehrt – etwa wie Mumien in den Museen heute.“

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    Lenin-Mausoleum, Xenia Sobtschak, Wladimir Lenin, Wladimir Putin, Sowjetunion, Russland