21:33 22 November 2017
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    Verteilung von Lebensmittelrationen in Jemen (Archivbild)

    Schwere Hungersnot droht im Jemen: UNO fordert freien Zugang zu Krisengebiet

    © AP Photo/ Hani Mohammed, File
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    Die weitere Blockade Jemens durch die von Saudi-Arabien geführte Koalition wird die seit Jahrzehnten schlimmste Hungersnot im betroffenen Land verursachen und den unumgänglichen Tod von Millionen Menschen zur Folge haben. Diese Auffassung brachte der Uno-Nothilfekoordinator Mark Lowcock am Mittwoch zum Ausdruck.

    Sollte die Blockade nicht sofort aufgehoben und umgehend Nothilfemaßnahmen getroffen werden, würde es zu einer Hungersnot im Jemen kommen, sagte Lowcock nach einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates, die hinter verschlossenen Türen stattgefunden und die humanitäre Lage im Jemen besprochen hatte. „Es wird eine Hungersnot sein, nicht wie die in Südsudan in diesem Jahr, wo Zehntausende betroffen waren, und nicht wie in Somalia 2011, wo 250.000 Menschen umgekommen waren. Es wird die größte Hungersnot sein, die die Welt seit Jahrzehnten gesehen hat, mit Millionen von Opfern."

    Um die Lage im Jemen zu verbessern, sollten UN-Flüge dorthin sowie „humanitäre und kommerzielle Lieferungen" in alle jemenitischen Hafen umgehend wiederaufgenommen werden, so Lowcock. Zudem forderte er, Eingriffe in die Aktivitäten der Vereinten Nationen und deren Partner zu stoppen.

    Bevor die Saudi-geführte internationale Koalition den Jemen gesperrt habe, habe das UN-Welternährungsprogramm (WFP) monatlich 7 Millionen Menschen im Lande Hilfe geleistet. „Die Blockade muss aufgehoben werden, damit wir diese Menschen ernähren können", betonte Lowcock. Zwar würden die Vertreter der Koalition behaupten, die Einschränkungen seien vorübergehend, doch wollten sie nicht präzisieren, wann genau die Blockade aufgehoben werde.

    Die Informationen darüber, dass die Koalition angewiesen hatte, die Blockade des Seehafens in der jemenitischen Stadt Aden aufzuheben, könne die Uno nicht bestätigen, sagte Lowcock. „Ich habe keine bestätigten Berichte darüber, dass jegliche Häfen, die für humanitäre Einsätze notwendig sind, ihre Arbeit wiederaufnehmen", äußerte er.

    Seit 2014 dauert im Jemen ein Konflikt zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen und Anhängern von Ex-Präsident Ali Abdallah Saleh auf der einen und den Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi treuen Regierungstruppen und Aufständischen auf der anderen Seite an. Die arabische Koalition unterstützt die Regierungstruppen auf dem Boden und in der Luft. Im Gegenzug beschießen die Huthi-Rebellen ständig an der Grenze liegende Regionen des Königreiches.

     

     

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    Tags:
    Hafen, humanitäre Hilfe, Warnung, Hungersnot, Blockade, Uno, Saudi-Arabien, Jemen
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