11:05 12 Dezember 2017
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    Massaker in Ukraine: Ermittlungen gegen 94-jährigen Ex-Wehrmachtsoldaten aufgenommen

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    Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt derzeit gegen einen 94 Jahre alten mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher. Er soll an dem Massaker an mehr als 33.000 Juden im ukrainischen Babi Jar im September 1941 beteiligt gewesen sein.

    Anfang Oktober waren laut dem NDR zwei Anzeigen gegen den 94-Jährigen aus Georgsmarienhütte bei der Staatsanwaltschaft in Osnabrück eingegangen. Eine davon stamme vom Simon-Wiesenthal-Zentrum, das weltweit nach abgetauchten NS-Verbrechern sucht.

    Dem Mann werde vorgeworfen, am Massenmord von jüdischen Männern, Frauen und Kindern in der Schlucht Babi Jar in Kiew am 29. und 30. September 1941 beteiligt gewesen zu sein.

    Der Beschuldigte sei von der Staatsanwaltschaft noch nicht befragt worden: Zuerst müsse die Polizei in den Archiven anderer Ermittlungsbehörden untersuchen, was über das Massaker bekannt sei. Außerdem müsse der gesundheitliche Zustand des Mannes überprüft werden, heißt es.

    Der 94-Jährige wies gegenüber dem NDR alle Vorwürfe zurück: Er habe damals lediglich Fahrzeuge repariert und Ersatzteile beschafft.

    Laut der Staatsanwaltschaft kann auch Anklage erhoben werden, wenn der Mann nur indirekt an dem Massaker beteiligt war.

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    Tags:
    Staatsanwaltschaft, Massaker, Wehrmacht, Babij Jar, Osnabrück, Kiew, Ukraine
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