19:29 23 April 2018
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    NSA-Hauptquartier, Fort Meade, MD.

    „Vielstufige Katastrophe“ - NSA gerät nach Cyberwaffen-Diebstahl in Krise

    © AP Photo / Patrick Semansky
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    Der US-Geheimdienst NSA ist laut der Zeitung „The New York Times“ in die Krise geraten, nachdem Hacker im Jahre 2016 einige Schadsoftwares gestohlen hatten, die die NSA weltweit für Angriffe auf Geräte und Netzwerke nutzte.

    Laut der Zeitung hat die Hacker-Gruppe „Shadow Brokers“ den  Programmcode von einigen der NSA gestohlenen Instrumenten veröffentlicht und ihn später für die Entwicklung der Viren benutzt, die die ganze Welt schädigten. Der Hacker-Angriff sei bislang nicht aufgedeckt worden. 

    Die NSA kommentiere die Lage offiziell nicht, aber laut „The New York Times“ sollen die gestohlenen Cyberwaffen dem Geheimdienst gehört haben. Einige NSA-Mitarbeiter hätten dies bestätigt.

    „Derzeitige sowie ehemalige Mitarbeiter sprechen davon, dass die Enthüllungen von ‚Shadow Brokers‘, die 2016 begannen, für die NSA katastrophale Folgen hatten, denn sie haben infrage gestellt, ob die NSA diese mächtige Waffen schützen kann und ob sie für die nationale Sicherheit überhaupt von Bedeutung ist. Der Geheimdienst, der auf dem Gebiet der Angriffe auf Computernetzwerke der Gegner weltweit führend ist, hat seine eigenen Netzwerke nicht schützen können“, schreibt die Zeitung.

    Der Diebstahl der Dokumente sei mit einem „Erdbeben“ vergleichbar, das die NSA „bis auf den Grund“ erschüttert habe. Es sei anzunehmen, dass der Schaden von „Shadow Brokers“ viel größer sein könne als der von den Enthüllungen des ehemaligen CIA-Mitarbeiters Edward Snowden.

    Der Ex-Mitarbeiter der sogenannten Hacker-Abteilung der NSA, Jake Williams, dessen Namen und Arbeitsplatz auch enthüllt worden wären, habe das Geschehene als „vielstufige Katastrophe“ bezeichnet.

    Derzeit könnten die US-Geheimdienste nicht einmal bestimmen, wer für das Leck verantwortlich ist.

    „Die Rechtschutzbehörden sowie Geheimdienste sind auf der Jagd nach ihnen, aber bislang sind sie nicht gefasst“, zitiert „The New York Times“ Williams.

    Bemerkenswert ist, dass Russland  der Hauptverdächtige in diesem Fall sei, obwohl es die Anschuldigungen der amerikanischen Geheimdienste, Hackerangriffe verübt zu haben, schon mehrmals verweigert habe. „The New York Times“ erbringt auch keine Beweise dafür, dass die russische Seite mit dieser Hackerattacke in irgendeiner Verbindung stehe.

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    Tags:
    Abteilung, Netzwerk, Katastrophe, Hacker, Angriff, US-Geheimdienst NSA, USA
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