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    Sonnenflecken verschwinden rapide – russische Forscher erläutern Phänomen

    © Foto : National Solar Observatory historical archive
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    Die Anzahl der Sonnenflecken, die als das einfachste Maß für die sogenannte Sonnenaktivität gilt, geht gegen Null: Zurzeit sei auf der der Erde zugewandten Seite der Sonne kein einziger Fleck zu erkennen, teilte am Montag das Labor für Sonnen-Röntgenastronomie des russischen Lebedew-Instituts mit.

    „Ob es zurzeit Flecken auf der anderen Seite der Sonne gibt, ist schwer zu sagen, aber ausgehend von den noch vor zwei Wochen gemachten Fotos der Sonne, als diese Seite der Erde zugewandt war, gibt es auch dort keine Flecken. Das heißt, dass unser Stern äußerlich sehr einem idealen Objekt ohne jegliche ‚Mängel‘ nahekommt – genauso wie es sich die Menschen bis ins frühe 17. Jahrhundert vorgestellt hatten“, so die Wissenschaftler.

    Die Häufigkeit der Flecken auf der Sonne ist eines der Merkmale, nach dem der rund elfjährige sogenannte Sonnenfleckenzyklus gemessen wird. Der Zyklus ist nicht exakt regelmäßig, doch ungefähr einmal in elf Jahren erzielt die Fleckenzahl ihr Maximum, und etwa in der Mitte zwischen diesen Höhepunkten kommt es zum Fleckenminimum. Die Natur dieser Veränderungen galt knapp 200 Jahre lang als unverständlich. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde festgestellt, dass die Flecken durch Magnetfelder verursacht werden.

    Da sich die Flecken in den Bereichen eines starken Magnetfeldes bilden, erreicht auch die Fleckenzahl ihren Höhepunkt während der maximalen Feldspannung. Die Magnet- und damit verbundene Elektroenergie der Sonne sind der „Haupttreibstoff“ für die Sonnenaktivität. Aus diesem Grund steigt in den Jahren des Fleckenmaximums auch die Eruptionsaktivität der Sonne. In den Jahren des Minimums klingt sie wiederum ab.

    Heftige Sonneneruption
    © NASA . GSFC/Solar Dynamics Observatory
    Anhand der heutigen Aufnahmen ist laut den Forschern zu erkennen, dass sich die Sonne ihrem turnusmäßigen Minimum zuneigt, das Ende 2018 bzw. Anfang 2019 erreicht wird. In dieser Zeit sollen von der Sonne Fleckengruppen und damit verbundene Sonneneruptionen vollständig verschwinden, was eigentlich bereits allmählich geschieht. Danach tauchen nacheinander neue Ströme des Magnetfeldes auf, es erscheinen erste Flecken – der Sonnenfleckenzyklus beginnt von vorn.

    Wie die Wissenschaftler ferner mitteilten, beginnt die Sonne aktuell ihren Eintritt in die dritte Etappe, die durch das allmähliche Verschwinden der Flecken gekennzeichnet ist. In dieser Etappe können noch kurzzeitig einzelne Flecken erscheinen und sogar schwache Eruptionen erfolgen. Das endgültige Verschwinden der Sonnenflecken kann bereits innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate erfolgen.

    Diverse Befürchtungen darüber, dass es im Sonnenfleckenzyklus zu einer Störung kommen könnte, werden bei der Annäherung eines jeden Fleckenminimums geäußert. In den letzten 200 Jahren gab es jedoch keine Wiederholung des sogenannten Maunder-Minimums, der Periode einer langfristigen, deutlich verringerten Sonneneinstrahlung. Außerdem zeigt laut den Forschern vom Lebedew-Institut das, was heute auf der Sonne beobachtet wird, dass ihre Evolution bislang in voller Übereinstimmung mit ihrem Verhalten während der vergangenen elfjährigen Zyklen verläuft.

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    Tags:
    Sonnenaktivität, Sonnenzyklus, Sonneneruption, Sonnenflecken, Labor für Sonnenröntgenastronomie, Russische Akademie der Wissenschaften, Lebedew-Institut, Erde, Sonne, Russland