17:32 13 Dezember 2017
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    USA: Hinrichtung nach 80 Minuten langem Martyrium abgebrochen

    © AP Photo/ Sue Ogrocki, File
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    Das Exekutionsteam im US-Bundesstaat Ohio hat die Hinrichtung des wegen Raub und Mord verurteilten Mörders Alva Campbell nach 80 Minuten gestoppt. Dies berichten mehrere US-Medien. Das Gift konnte einfach nicht injiziert werden.

    Das ist erst das dritte Mal in der Geschichte der USA, dass eine Hinrichtung abgebrochen wurde. Die Todesstrafe sollte in Lucasville mittels einer Giftspritze vollzogen werden. Alle Versuche misslangen allerdings, weil die Justizmitarbeiter beim verurteilten Mörder keine Vene fanden. Sie sollen versucht haben, das Gift in die Arme und das rechte Bein zu spritzen. Nach 80 Minuten jedoch gaben sie den Versuch auf.

    Campbell sitzt seit 20 Jahren hinter Gittern. 1997 hatte er einen 18-Jährigen getötet und war wegen Raub und Mord verurteilt worden. Fünf Jahre zuvor hatte der Mann schon einmal einen Mord begangen. Der 69-Jährige leidet an Krebs, Asthma und Herzproblemen. Sein Anwalt hatte mehrmals um eine Hinrichtung durch Erschießung gebeten – allerdings ohne Erfolg.

    Nach dem missglückten Hinrichtungsversuch wurde der Mörder zurück in die Todeszelle geschickt. Als neuer Termin für die Vollstreckung der Todesstrafe wurde Juni 2019 festgesetzt.

    In Ohio warten derzeit 24 weitere Verurteilte auf die Vollstreckung der Todesstrafe, einschließlich Romell Broom, der noch 2009 wegen Mordes hingerichtet werden sollte. Auch damals war keine geeignete Vene für das tödliche Medikament gefunden worden.

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    Tags:
    Gift, Raub, Urteil, Mörder, Mord, Abbruch, Hinrichtung, Todesstrafe, US-Bundesstaat Ohio
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