11:01 22 November 2019
SNA Radio
    Flugzeug bei einer Airshow (Archivbild)

    Bester Sitzplatz bei Crash: Wie man Flugzeug-Absturz aus 9.000 Metern überleben kann

    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
    Panorama
    Zum Kurzlink
    1534
    Abonnieren

    Ein vierjähriges Mädchen hat den Absturz einer kleinen Passagiermaschine aus 600 Metern Höhe unweit des fernöstlichen Chabarowsk überlebt. Solche Glücksfälle sind laut dem ehemaligen Kampfpiloten Witali Sokolowski in der Luftfahrt gar nicht so selten. Man könne selbst noch einen Sturz aus 9.000 Metern überleben.

    Wenn die Besatzung bei einem Absturz mit dem Flugzeug noch gleiten könne – das sei die bestmögliche Situation, so der Pilot im Gespräch mit der Onlinezeitung gazeta.ru. „Die Überlebenschancen sind dabei wesentlich größer als bei einem unkontrollierten Fall oder wenn das Flugzeug in der Luft zerfällt.“

    Es gebe viele Beispiele, die das belegen – und einige davon seien sogar spektakulär. Die Geschichte von Blagoweschtschensk 1981 etwa, auch in Russlands fernem Osten: „Damals ist eine Passagier-Turboprop mit einem Bomber zusammengestoßen, eine Frau überlebte. Sie saß nämlich im Heck, das auf sehr glückliche Weise zu Boden geglitten war. Das Heck eines Flugzeugs hat ja ein Höhen- und ein Seitenruder, horizontal und vertikal angeordnet. Das abgebrochene Heck wurde also zu so einem Mini-Flugzeug, die Frau darin war wie in einem Metallbehälter.“

    Einen ähnlichen Fall habe es auch in Jugoslawien gegeben, beim Absturz einer DC-9.

    „Das Flugzeug zerbrach in der Luft, eine Stewardess überlebte aber. Das Rumpfteil, in dem die Frau saß, war abgebrochen und glitt in einen Wald“, sagt der Pilot.

    Wobei so ein Absturz natürlich von vielen Faktoren abhängt, wie der Pilot erklärt: Der richtige Platz im richtigen Teil des Flugzeugs kann lebensrettend sein. „Wenn das Flugzeug beim Absturz noch gleitet, dann ist der hintere Teil des Flugzeugs am sichersten. Das ist die zweite Rumpfhälfte und eben das Heck.“ Falle die Maschine wie ein Stein vom Himmel, helfe leider nichts – dabei würden wahrscheinlich alle sterben. Andererseits:

    „Es gab auch Fälle, dass die Maschine völlig manövrierunfähig wurde, aber die Piloten brachten sie noch sicher runter – so wie bei einer Tu-124 der Aeroflot 1963. Die Besatzung musste das Flugzeug auf der Newa wassern. Und niemand starb!“

    Außer dem richtigen Sitz, hilft aber auch die richtige Sitzstellung. Welche das sei, würden den Passagieren im Notfall die Flugbegleiterinnen erklären, sagt der Pilot. Die Natur des Menschen mache es vor:

    „Das Kind im Mutterleib ist ja auch in einer sehr gedrungenen Position. Der Körper des Kindes wird fast zu einer Faust – das ist die natürliche Abwehrhaltung. Und alle Erfahrungen zeigen, dass diese Stellung Leben rettet.“

    Aber man könne ohnehin unbesorgt in ein Flugzeug steigen, beruhigt der Pilot. „Das Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel überhaupt. In der Luftfahrt gibt es deutlich weniger Unfälle als im Straßenverkehr. Das zeigt die Statistik immer wieder.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Ratschläge, Überleben, Pilot, Flugzeugabsturz, L-410, Russland