09:55 13 Dezember 2017
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    US-Militärbasis auf Okinawa

    Okinawa: Nach tödlichem Unfall erneut Alkoholverbot für US-Soldaten

    © AFP 2017/ TOSHIFUMI KITAMURA
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    Nach einem tödlichen Unfall auf Okinawa, das von einem angetrunkenen US-Soldaten verursacht wurde, hat das Kommando der US-Truppen in Japan ein Alkoholverbot für die dort stationierten Militärs verhängt. Das geht aus einer am Montag verbreiteten offiziellen Erklärung des Kommandos hervor.

    „Bis auf Weiteres wird der Alkoholkonsum verboten. Auch zu Hause und an öffentlichen Plätzen wie Bars, Clubs und Hotels“, hieß es.

    Von nun an dürfen US-Militärs auf Okinawa zudem ihre Stützpunkte und Häuser nicht mehr verlassen. Der Erwerb und Konsum von Alkohol sei auch für andere US-Soldaten landesweit verboten.

    Diese strikten Maßnahmen sind die Folge eines tödlichen Unfalls am Vortag: Ein Bewohner der Stadt Naha auf Okinawa war gestorben, nachdem sein Auto mit einem Lkw zusammengestoßen war. Am Steuer des Lkw saß Medienberichten zufolge ein alkoholisierter US-Marineinfanterist.

    Der Gouverneur von Okinawa, Takeshi Onaga, ein Gegner der Expansion von US-Militärbasen auf der Insel, äußerte sich empört über die Tragödie: „Das Gleiche passiert immer und immer wieder. Ich bin sprachlos.“

    Allerdings ist das nicht das erste Alkoholverbot auf Okinawa: Im vergangenen Jahr war ein ähnliches Verbot verhängt worden, nachdem ein US-Militär wegen des Verdachts festgenommen worden war, eine japanische Frau vergewaltigt und ermordet zu haben. Kurz nach dem Alkoholverbot hatte die japanische Polizei auf Okinawa eine US-Militärangehörige festgenommen. Die Soldatin hatte im angetrunken Zustand einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem zwei Menschen verletzt wurden.

    Vorfälle dieser Art kommen auf der japanischen Insel nicht selten vor: Laut Angaben, die zuvor von den örtlichen Behörden veröffentlicht worden waren, haben US-Soldaten seit 1972 in Okinawa mehr als 5800 Verbrechen begangen.

     

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