16:29 13 November 2019
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    U-Boot „San Juan“ (Archiv)

    „Königin der Meere“: Erste U-Boot-Fahrerin Argentiniens an Bord vermisster „San Juan“

    © REUTERS / Armada Argentina
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    Ihr voller Name lautet Eliana Maria Krawczyk, zu Hause aber wird sie von allen „Königin der Meere“ genannt. Die Argentinierin Eliana Krawczyk hat sich in eine lebende Legende verwandelt, als sie im Jahr 2012 die erste U-Boot-Fahrerin in ganz Südamerika wurde.

    Ihre Familie durchlebt jetzt ebenso wie viele andere Familien einen äußerst schweren Augenblick, denn Eliana ist Besatzungsmitglied des U-Boots ARA San Juan, das seit dem 15. November im Atlantik verschollen ist. Obwohl außer ihr noch 43 Menschen an Bord sind, weckt ihre Geschichte das stärkste Interesse, denn Eliana ist die erste Frau in der Geschichte der argentinischen Marine, die auf einem U-Boot dient. Als sie 2012 die Schule für Taucher und U-Boot-Fahrer absolvierte, wurde sie die erste U-Boot-Fahrerin in ganz Südamerika. Später sind auch andere junge Frauen, bereits in Venezuela, ihrem Beispiel gefolgt.

    Eliana hatte sich im Jahr 2004 entschieden, zur Marine zu gehen, als sie in ihrer Heimatstadt Oberá eine Internet-Werbung für den Dienst bei der Marine sah. Bis dahin wollte sie Ingenieur in ihrer Heimatprovinz Misiones werden. Noch im selben Jahr sei Krawczyk in der Stadt Mar del Plata vereidigt worden und habe dort erstmals ein U-Boot gesehen, schreibt die Zeitung „La Nación“.

    Vor der Fahrt nach Mar del Plata habe sie ihr vertrautes Misiones noch nie verlassen und auch noch nie das Meer gesehen, heißt es in einer Reportage des Journals „Viva“ des Jahrgangs 2015. Bald darauf wurde sie eine der 3000 Frauen, die bei der argentinischen Marine ihren Dienst leisten: Nur sieben sind zur U-Boot-Flotte gegangen, aber nur Eliana Krawczyk dient als Offizier – sie ist Leutnant.

    „Der Dienst auf einem U-Boot hat meine Aufmerksamkeit gefesselt. Mit gefiel das, es war etwas Unbekanntes und Seltsames. Seitdem habe ich beschlossen, U-Boot-Fahrerin zu werden, weil es sie noch nicht gab. Damals habe ich das als Herausforderung empfunden: Ob ich die Erste (U-Boot-Fahrerin – Anm. d. Red.) werden kann“, erzählte Krawczyk in einem Interview, das im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen im Netz jetzt immer populärer wird.

    Auf der ARA San Juan ist die Frau für die Bewaffnung zuständig, doch wie  Eliana selbst sagte, wolle sie eines Tages U-Boot-Kapitän werden. Sie ruft alle Frauen dazu auf, unbeirrt ihren Lebensweg zu gehen, weil „das möglich ist: Dasselbe zu tun, was Männer in einer Sphäre tun, die traditionell ihnen vorbehalten ist“.

    Elianas Bruder, Roberto Krawczyk, hat dem Portal Primera Edición erzählt, dass er mit seiner Schwester in Verbindung gestanden habe, solange sie mit der Besatzung in Ushuaia gewesen sei, wo sich das U-Boot zur Reparatur befunden habe. Danach hätten sie keinen Kontakt mehr gehabt, d. h. solange das U-Boot im Meer auf Fahrt sei, „sind sie (die Besatzungsmitglieder – Anm. d. Red.) völlig isoliert“, erläuterte Roberto.

    Zum Lebensweg seiner Schwester sagte ihr Bruder, dass sie „die Arbeit eines U-Boot-Fahrers gewählt hat und ihr das Leben gefällt“, welches sie nun führe. Auf den Fotos, die Eliana Krawczyk von ihren Fahrten und Reisen geschickt habe, sei zu sehen, „wie zufrieden sie mit ihrer Arbeit ist“, äußerte Roberto im Gespräch mit Medien.

    „Sie ist dort (auf dem U-Boot), weil dies das ist, was ihr wirklich gefällt. Viele denken, dass U-Boot-Fahrer viel Geld verdienen und dass sie gerade wegen des Solds dorthin gegangen sei, aber so ist es nicht. Das ist ein schwieriges Leben“, schloss er.

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    Vermisste, U-Boot, Frau, Argentinien