16:05 11 Dezember 2017
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    Putin bei Family Guy

    Putin wieder bei Family Guy: Das Bild des russischen Präsidenten in US-Cartoons

    © Foto: Screenshot/20th Century Fox
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    Russlands Präsident Wladimir Putin ist in der jüngsten Folge der populären US-amerikanischen Trickfilmserie „Family Guy“ erschienen, und das nicht zum ersten Mal. Charaktere, die den russischen Staatschef darstellen sollen, sind auch früher in Cartoons zu sehen gewesen.

    In der siebten Episode der 16. Staffel unter dem Titel „Petey IV“, die am 19. November in den USA ausgestrahlt wurde, wird Putin besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Hauptcharakter der Serie, Peter Griffin, schreibt dem Präsidenten einen Brief und betont, dass jeder Amerikaner jeden Russen schlagen könne. Anschließend kommt Cartoon-Putin in Peters Heimatstadt Quahog.

    In der rund 20-minütigen Episode kommt es zu zwei Schlägereien zwischen den beiden. Unter anderem befreunden sie sich und reiten sogar mit nacktem Oberkörper. Die Freundschaft endet jedoch, sobald Trickfilm-Putin Peter mit einer radioaktiven Substanz vergiftet. Das spielt offenbar auf den Fall des russischen Ex-Geheimdienstlers Alexander Litwinenko an, der 2006 an einer Vergiftung durch radioaktives Plutonium-210 starb.

    Ein negatives Bild prägen oder alles bloß Humor?

    Wie auch diesmal erschien das Bild Putins schon mehrmals in mehr oder weniger negativer Ausführungen in beliebten US-Zeichentrickserien. Den Ton, den amerikanische Medien bei ihrer Berichterstattung über Russland und seinen Präsidenten angeben, haben bereits Fans der „Simpsons“ und von „South Park“ zu sehen bekommen. Und auch bei „Family Guy“ ist ein animierter Putin schon zum zweiten Mal erschienen.

    Alle drei Serien, insbesondere „South Park“, sorgen stets für eine gesunde Portion Humor und Sarkasmus. Oft werden große Mediengeschichten ins Lächerliche gezogen. Regelmäßig erscheinen amerikanische Politiker und Prominente. Ob die Produzenten mit solchen Episoden eine bestimmte Botschaft überbringen wollen oder einfach nur witzige Szenen schreiben, ist fraglich, aber eines steht fest: Der russische Präsident scheint sie zu interessieren.

    Putin als Macho-Spion

    Folge drei, Staffel acht, „Spione, so ähnlich wie wir“, 2012. Damals war Putin Premierminister Russlands. Der Charakter, der ihn darstellen sollte, erschien in ziemlich brutaler Form und zündete sich sogar eine Zigarette mit einer Kalaschnikow an. Apropos Nikotin, der reale Putin führt ein gesundes Leben und raucht nicht.

    Gezeichnete Einmischung in US-Wahl

    Im Oktober 2016 erschien eine kurze Folge der „Simpsons“ auf YouTube, die der US-Präsidentschaftswahl gewidmet war. Hauptcharakter Homer Simpson geht in ein Wahllokal, wo ihn ein Mann zu überreden versucht, für Donald Trump zu stimmen, der versprochen habe, „Russland wieder groß zu machen“. Daraufhin geht Homer auf den Mann los und reißt ihm dabei zufällig die Maske vom Gesicht. Die Anwesenden müssen feststellen, dass es sich bei dem Kerl um den russischen Staatschef handelt.

    Dieser gibt später seine Stimme ab und verlässt das Wahllokal wieder einmal mit nacktem Oberkörper auf einem Pferd. Dabei verspricht er Trump einen Sieg mit 102 Prozent der Stimmen. Dafür sollen gewisse Hacker sorgen.

    Kyle aus South Park ruft russischen Präsidenten an

    „South Park”: Folge 13, Staffel neun, „Free Willzyx“, 2005. In dieser Folge geht es der russischen Wirtschaft nicht gerade gut, und der Staatschef sucht nach Möglichkeiten, um sie wieder anzukurbeln. Auf einmal erhält er einen Anruf von einem der Hauptcharaktere, Kyle, der ihn bittet, einen Schwertwal auf den Mond zu bringen. Dieser habe den Jungen darum gebeten, um zu seiner Familie zurückzukehren.

    Für die „Reise“ verlangt die russische Regierung 20 Millionen US-Dollar. Diese Geldmenge hat Kyle natürlich nicht, aber den Schwertwal will er unbedingt auf den Mond bringen. In diesem Moment glaubt der Präsident, er werde von George Bush Jr. veralbert, und legt auf.

    Stereotypen als Parodiewerkzeug

    Bei den genannten Cartoons sind immer diverse Parodien zu sehen. Vor allem Stereotypen in der US-Gesellschaft oder in den Medien werden dabei aufgegriffen und oft in übertriebener Weise dargestellt. 2011 erschienen beispielsweise Angela Merkel und „die Deutschen“ bei „South Park“ (Episode 211).

    Ihr Auftritt, wie damals die „Welt“ schrieb, folgte „einer langen Tradition angelsächsischer Faszination mit dem genialisch Bösen, für das Deutschland spätestens seit 1933“ stehe. Die Deutschen marschierten in der Grundschule von „South Park“ ein, um dagegen zu protestieren, dass ihnen ein behinderter Schüler den „Comedy Award“ für die unwitzigsten Menschen der Welt verliehen hat.

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    Tags:
    Zeichentrickfilm, Wladimir Putin, USA, Russland
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