05:39 15 November 2019
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    Ein U-Boot (Symbolbild)

    Überlebenstipps für Notfälle in U-Boot

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    Ein U-Boot ist dazu konzipiert, einen Monat lang ohne Zwischenstopp durch die Meere zu kreuzen. Dafür ist genug Proviant an Bord. Die Frischluft an Bord der „ARA San Juan“ reicht aber nur für maximal zehn Tage. Für die Crew wird die Zeit also möglicherweise knapp. Was können die eingeschlossenen Seeleute fürs Überleben tun?

    Das Problem des Überlebens in einem U-Boot besteht im Grunde genommen darin, bis zum Moment der Rettung unter den Bedingungen beschränkter Ressourcen durchzuhalten.

    Crew in Extremsituation

    Trotz der theoretischen Vorbereitung und des Trainings besteht die Gefahr, dass eine Crew in der Situation eines realen Risikos in Panik gerät. Die beste Art, die eigene Panik zu bekämpfen, ist denen zu helfen, die mehr Angst haben. Es kann sein, dass der erfahrenste Seemann sogar die Organisation einer Gruppe von Menschen übernimmt. Dies könne helfen, die Stressenergie in die richtige Richtung zu lenken.
    Energiesparmodus

    Unter Bedingungen eingeschränkter Ressourcen sind aktive Handlungen nur bedingt von Nutzen. In den ersten Stunden kann die Crew alle möglichen Rettungsversuche unternehmen, mit der Zeit muss man aber in einen Energiesparmodus wechseln.

    Kohlenoxid und Kohlensäuregas sind schwerer als Sauerstoff und senken sich daher nach unten ab. Oben kann man also besser atmen. In einer Notsituation ist es nützlich, sich auf den oberen Betten aufzuhalten.

    Bei Sauerstoffmangel kann ein nasser Lappen helfen, diesen sollte man sich auf Stirn, Hals und Brust legen. Man darf nicht viel reden und sich nur bei Bedarf bewegen, denn dabei wird mehr Sauerstoff verbraucht.

    Persönliche Schutzausrüstung

    Wenn es mit dem Sauerstoff ganz knapp wird, kommt ein Atemgerät zu Hilfe. Wenn der Zugang zur Sektion mit diesen Geräten nicht versperrt ist, bekommt man automatisch mehr Zeit zum Überleben.

    Jedes moderne U-Boot ist zudem mit einer Rettungsboje und Rettungskapseln ausgestattet. Die Boje steigt vom Wrack auf, markiert die Unglücksstelle und ermöglicht über das Bojenseil die Verankerung von Hebewerkzeugen. Die Rettungsboje dient nach dem Aufstieg als Rettungsinsel.

    Wie kann ein U-Boot gefunden werden?

    Ein gesunkenes U-Boot am Meeresboden zu orten, ist wesentlich schwieriger, als ein Schiffswrack zu lokalisieren. Denn U-Boote sind gerade dafür konzipiert, nicht gefunden zu werden.

    Retter können darauf hoffen, das verschollene U-Boot schwimmen zu hören. Ein U-Boot in Notsituation muss aber Energie und Sauerstoff sparen, weswegen in Wirklichkeit eigentlich nicht viel zu hören sein wird. Ein Sonar ist nur dann wirkungsvoll, wenn sich das Boot in Fahrt zwischen Meeresboden und Oberfläche befindet. Für gesunkene U-Boote ist ein Sonar hingegen nutzlos.

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    Tags:
    Sauerstoff, Mangel, Überleben, Panik, Crew, Gefahr, Rettung, U-Boot