11:13 12 Dezember 2017
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    Horror-Archäologie: Die grausigsten Funde aller Zeiten

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    Verbrannt, verschollen, lebendig begraben – manch archäologischer Fund von heute erzählt Horrorstorys über Menschen von damals. Das Portal „Naked Science“ zeigt eine Auswahl.

    Die „Hexe“ aus Italien

    ​Ein tragisches Beispiel dafür, wie im Mittelalter gegen Hexen vorgegangen wurde: 2015 wurde in Süditalien das Skelett einer jungen Frau aus dem 14./15. Jahrhundert entdeckt. Sie war noch ein Teenie, als sie verbrannt und anschließend in ein Erdloch geworfen wurde. Das Grab wurde mit schweren Steinplatten zugedeckt, auf dass die „Hexe“ nicht wiederauferstehe.

    Die Archäologen haben die Gebeine untersucht und herausgefunden, dass die junge Frau an einer chronischen Krankheit litt: Sie fiel häufig in Ohnmacht, hatte ein bleiches Gesicht. Möglicherweise war ihre Krankheit für die Inquisitoren der Grund, sie als Hexe zu verurteilen – ein Schicksal, das Jeden und Jede im Mittelalter ereilen konnte.

    Ötzi

    ​Die wohl berühmteste Gletschermumie aller Zeiten wurde 1991 von deutschen Touristen in den Ötztaler Alpen entdeckt. Der Steinzeit-Mensch war so gut erhalten, dass er anfangs für einen verunglückten Bergsteiger gehalten wurde. Eine Untersuchung nach der Radiokarbonmethode ergab jedoch, dass Ötzi ganze 5.300 Jahre auf dem Buckel hat.

    Ein richtiger Horror-Fund war der Ötzi weniger wegen seines „außerirdischen“ Aussehens als vielmehr wegen einer Reihe von Todesfällen: Einige jener Menschen, die einmal mit Ötzi in Berührung gekommen waren, starben unnatürlichen Todes. Von einem Ötzi-Fluch war die Rede. Dieser Fluch lässt sich aber leicht entzaubern: Tausende Wissenschaftler und Spezialisten hatten die Mumie untersucht und berührt – die wenigsten von ihnen kamen um.

    Die Babys von Aschkelon

    ​Dieser Fund lässt einem das Blut in den Adern gefrieren: Tausende Baby-Knochen wurden 1988 im israelischen Aschkelon in einem Kanalisationsschacht unter einem altrömischen Badehaus entdeckt.

    Wissenschaftler gehen davon aus, dass dort gar kein Badehaus war, sondern eine Einrichtung, in der Neugeborene getötet wurden. Heute mag es sich barbarisch anhören, doch damals galten Babys kurz nach der Geburt noch als seelenlose Objekte. Erkannte ein Vater den Nachwuchs nicht an, konnte der Säugling einfach getötet werden.

    Laut einer Theorie sind die toten Babys Kinder von Prostituierten, die in dem „Badehaus“ tätig waren.

    Die Mumie von Qilakitsoq

    ​Eine verlassene Siedlung in West-Grönland erlangte traurige Berühmtheit, nachdem dort 1972 das eisige Grab einer Eskimo-Familie aus dem 15. Jahrhundert entdeckt worden war. Vier der Leichen sind außergewöhnlich gut erhalten, dank den Frosttemperaturen auf der Insel.

    Besonders grausig ist die Mumie eines nur sechs Monate alten Säuglings: gemäß einer urzeitlichen Tradition dieses Volkes kann das Baby auch lebendig begraben worden sein.

    Der Schrei

    ​Dieser wundersame Fund geht auf das Konto des französischen Ägyptologen Gaston Maspero: 1886 entdeckte er die „schreiende Mumie“. Im Tal der Könige wurde der geheimnisvolle Unbekannte begraben – nach einem Pharao sieht er jedoch nicht aus: Zu schlicht ist sein Grab.

    Am meisten staunen die Forscher über das Aussehen der Mumie: Ihr Gesicht ist so schmerzverzerrt, als ob sie jetzt noch leben und höllische Leiden ertragen würde. Wer aber war dieser Mensch?

    Einige Archäologen vermuten, es handele sich um den Sohn des Pharaos Ramses III. Nach einem Attentat auf den eigenen Vater soll er zum Giftbecher verurteilt worden sein, was den Schmerzensabdruck in seinem Gesicht erklären würde. Doch andere Wissenschaftler vermuten, der Mann sei lebendig begraben worden – sein Gesichtsausdruck ist das Abbild eines schrecklichen Todeskampfes. Die Grabstätte des Unglückseligen trug jedenfalls keinen Namen. Dadurch war dem Toten nach dem Glauben der Altägypter der Weg zur Unsterblichkeit im Jenseits verschlossen.

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