16:06 16 Oktober 2018
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    Kinder in Ost-Berlin (Archivbild)

    Für DDR-Geborene: TV-Werbung aus einem verschwundenen Land

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    Gut 27 Jahre nach der Wiedervereinigung sind einige Ost-Produkte zwar noch immer in deutschen Regalen anzutreffen. Doch die meisten Produkte „Made in GDR“ sind zusammen mit dem Sozialismus untergegangen. Wie waren die Marken, die einst jeder kannte? Und wie wurden sie im damaligen Staats-TV beworben? Das zeigt unser Rückblick.

    Das Werbefernsehen der DDR erlebte in den 1960ern einen Aufschwung, was mit der Verbesserung der wirtschaftlichen Situation zu erklären war. Mitte der Siebziger hat der Ministerrat der DDR beschlossen, die Inlandswerbung einzustellen. Vermutlich, weil die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der Wirtschaft nicht mehr verschleiert werden konnte.

    Wartburg 353

    Der erste Wartburg 353 ging 1966 vom Band. Der Hersteller VEB Automobilwerk Eisenach lobte das neue Pkw-Modell als leistungsstark und wartungsfreundlich. Den unteren Mittelklassler gab es als Limousine und Kombi, aber auch als Pick-up und Kübelwagen. 1989 wurde der Wartburg 353 aus der Produktion genommen. Zwei Jahre später wurde der VEB Automobilwerk Eisenach von der Treuhandanstalt geschlossen.

    Bebo Sher Universal Rasierer

    „Die Rastpause wird zur Rasierpause“ lautete der Werbespruch für das Rasiergerät Bebo Sher Universal. Mit einer Batteriebox war das Gerät unabhängig vom Stromnetz. Der Hersteller VEB Bergmann-Borsig  war der größte Kraftwerkskomponenten-Produzent der DDR. Nach der Wende wurde das Unternehmen vom Züricher Konzern ABB übernommen.


    Trabant 601
    Obwohl der 601er das meistgebaute Modell der Trabant-Baureihe war, mussten DDR-Bürger bis zu zehn Jahre auf ihr Auto warten. Der Trabant 601wurde von 1964 bis 1990 in Zwickau gebaut. Rund 3,6 Meter lang war der Zweitürer, bot immerhin vier Erwachsenen Platz und hatte einen Kofferraum von beachtlichen 415 Liter. Trotz nur 23 bis 26 PS konnte der “Trabi” auf 100 km/h beschleunigen und zog dabei immer eine unverkennliche blaue Abgasfahne hinter sich her. Sein Zweitaktmotor verbrauchte durchschnittlich acht Liter pro 100 km, gar nicht so viel für die damaligen Verhältnisse.

    Moped Schwalbe
    Die Schwalbe war das erste Modell der „Vogelserie“ des VEB Simson im thüringischen Suhl. Der damals größte deutsche Zweiradhersteller baute von 1964 bis 1986 mehr als eine Million dieser Roller. Nach der Wende brach die Produktion ein. Der volkseigene Betrieb Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ Simson Suhl wurde 1991 liquidiert.

    Glashütter Uhren

    Der VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) in Sachsen baute sowohl mechanische als auch Quarzuhren. Nach der Wende gingen aus dem ehemaligen VEB GUB mehrere Uhrenhersteller hervor.

    VEB Carl Zeiss Jena

    „Man sieht‘s besser mit Qualitätsgläsern vom VEB Carl Zeiss Jena“. Der volkseigene Betrieb VEB Carl Zeiss Jena wurde nach der Wende in die Carl Zeiss Jena GmbH und die Jenoptik GmbH gespalten.

    Elasan

    „Schützt, pflegt und heilt, vor allem den Po.“ Unter der Marke Elasan hatte der VEB Leipziger Arzneimittelwerk diverse Babypflegemittel hergestellt. Die Marke existiert noch immer.

    Telelotto
    „Mitspielen, mitgewinnen“. Die Sendung Tele-Lotto wurde ab 1972 im DDR-Fernsehen ausgestrahlt.

    Schreibmaschine Robotron

    Der in Dresden ansässige VEB Kombinat Robotron war nicht nur durch seine Schreibmaschinen, sondern auch durch Prozessrechner und Rechnersysteme bekannt.

    Konsum

    Die Konsumgenossenschaften waren in der DDR Kaufhallen (Supermärkte), Produktionsbetriebe und Gaststätten.

    Regenerierte Ersatzteile des IFA 
    Der Industrieverband Fahrzeugbau (IFA) führte mehrere Kombinate unter seinem Dach, die unter anderem Lkws, Pkws, Motoren und Landmaschinen bauten.

    IFA L60
    Der IFA L60 gilt als der letzte Lastwagen der DDR. Seine Produktion begann 1987 in Ludwigsfelde und wurde nach nur drei Jahren eingestellt. Sein Vorgänger, der W50, wurde in über 240 Modifikationen in mehr als 40 Länder exportiert.

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    Tags:
    DDR, Deutschland