04:50 23 Oktober 2018
SNA Radio
    Ozean (Symbol)

    U-Boot-Untergang: Wasser im Schnorchel löst Katastrophe aus

    CC0
    Panorama
    Zum Kurzlink
    2496

    In der letzten Funkverbindung des vor etwa zwei Wochen vermissten argentinischen U-Boots „ARA San Juan“ hat der Kapitän einen Kurzschluss und Schwelbrand im Batteriesystem gemeldet. Das berichtete der TV-Sender A24 am Dienstag unter Berufung auf einen internen Bericht der argentinischen Kriegsmarine.

    „Meerwassereintritt über das Lüftungssystem in den Batterietank Nr. 3 verursachte Kurzschluss und Schwelbrand“, heißt es in der am 15. November gefunkten Meldung. Die Bugbatterien seien außer Betrieb, das U-Boot navigiere mit den Heckbatterien weiter. An Bord befanden sich 44 Besatzungsmitglieder.

    Marinesprecher Enrique Balbi zufolge hatte der U-Boot-Kapitän mitgeteilt, dass während des Ladevorgangs der Batterien Wasser durch den Schnorchel in das Innere des U-Boots gelangte und im vorderen Teil des Schiffes einen Kurzschluss verursachte. Kurz danach verzeichneten internationale Meeressonden eine Explosion auf der mutmaßlichen Position des U-Boots.

    Kapitän zur See a. D. Oleg Lapschin wies auf einen schweren Fehler der argentinischen Marineführung hin: Die Besatzung sei angewiesen worden, weiter unter Wasser zu fahren. „Aber bei auch nur zum Teil defekten Batterien musste das Schiff sofort auftauchen und die Besatzung musste versuchen, die Panne zu beheben“, sagte der einstige Kommandeur eines dieselelektrischen U-Bootes der sowjetischen Kriegsmarine der Moskauer Zeitung "Nesawissimaja Gaseta".

    Es sei betont, dass der Wellengang zum Zeitpunkt des Unglücks sechs bis sieben Meter hoch war. „Das war aber nicht so kritisch. Weitaus schlimmer war der Ausfall von Batterien. Mit einem abgeschalteten Batterietank kann das U-Boot höchstens 30 Stunden lang unter Wasser fahren.“ Danach wäre ein Auftauchen extrem problematisch, sagte Lapschin.

    Eine internationale Suchmission durchkämmt die Region des Südatlantiks vor der argentinischen Küste, in der das 1985 in Deutschland gebaute U-Boot vermutlich auf Grund gegangen ist. An der Suche nehmen die USA, Russland, Großbritannien, Brasilien und Chile sowie die US-Raumfahrtbehörde NASA teil.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Vermisstes U-Boot: Argentiniens Marine bestätigt Explosion
    Schoigu ordnet Suche nach vermisstem argentinischem U-Boot an
    Explosion an Bord des argentinischen U-Boots? „Hydroakustische Anomalie“ registriert
    Tags:
    Unfall, U-Boot, Suche, Argentinien