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    Anti-Terror-Sperren auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin

    Beton in Adventsdeko: Wie Europa Sicherheitsrisiko bewältigt – FOTOs

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    Die größten Weihnachtsmärkte Europas sind geöffnet. In der feierlichen Stimmung schwingt aber Unbehagen mit – spätestens seit dem Lkw-Anschlag in Berlin im Vorjahr. Um weitere Attentate zu verhindern und dabei die Atmosphäre nicht zu stören, sind auf zahlreichen Märkten Anti-Terror-Sperren platziert und mit festlicher Dekoration verziert worden.

    Erst am Dienstag wurde, wie das Nachrichtenportal „Derwesten.de“ berichtet, ein mutmaßlicher Terrorist bei einer Anti-Terror-Razzia in Essen festgenommen. Es soll Hinweise darauf gegeben haben, dass er im Auftrag der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, auch Daesh) einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt geplant haben könnte. Dort sollen nun Beton-Blöcke zu einem verbesserten Sicherheitsgefühl beitragen. Sie werden für 30 Tage aufgestellt, womit sie laut dem Nachrichtenportal „Waz.de“ auch zur finanziellen Belastung werden. Insgesamt belaufen sich die Kosten demnach auf etwa 200.000 Euro.

    In der Bochumer Innenstadt sind ganz „schicke“ Terrorsperren aufgetaucht. Rund 20 mit Granulat gefüllte Säcke, die Fußgänger vor einem Lkw-Attentat schützen sollen, sind in einen mit Sternen und Tannen bedruckten Stoff gewickelt und sogar mit roten Schleifen versehen worden.

    ​So sieht aktuell der Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz in Berlin aus, knapp ein Jahr nach dem opferreichen Anschlag:

    ​Auch in Großbritannien sollen „Anti-Terror-Legos“ die Sicherheit der Besucher von Weihnachtsmärkten gewährleisten: Steinblöcke sowie Betonpoller sind beispielsweise um den Weihnachtsmarkt in Birmingham platziert worden. Die Bürger scheinen damit aber nicht gerade zufrieden sein:
    „Der Menschenverkehr ist schlimm genug, ganz zu schweigen von diesen Schornsteinen“, schreibt eine Twitter-Nutzerin.

    In Newcastle sind zahlreiche mit Wasser gefüllte, feierlich geschmückte Kunststoff-Barrieren aufgestellt worden – als Vorsichtsmaßnahme, heißt es. Laut dem Stadtrat geht keine konkrete Gefahr für die Einwohner aus.

    Die Anti-Terror-Sperren um den Weihnachtsmarkt im englischen St Edmund’s sind mit keiner festlichen Dekoration „verschönert“ worden. Laut dem Portal Heart East Anglia stört das die Besucher aber nicht: Sie genießen die vorweihnachtliche Stimmung, ohne die Blöcke zu beachten.

    ​In den Niederlanden sind die Anti-Terror-Sperren dagegen wie Geschenke verpackt.

    ​Doch auch wenn europäische Städte etwaige Maßnahmen treffen, um einen möglichen Terroranschlag zu verhindern, bleibt es fraglich, ob die Anti-Terror-Blöcke der richtige Weg sind.

    Die AfD beispielsweise spottet über die „Merkel-Legos“ und ruft auf, sich an der Aktion „Wir suchen den schönsten Betonblock Deutschlands“ zu beteiligen.

    Auch zahlreiche deutsche Internet-Nutzer zeigten sich empört darüber, dass „ihre Freiheit immer mehr beschnitten“ werde. Die Maßnahmen würden sie ständig daran erinnern, dass sie sich an einem gefährdeten Ort befänden. Indes gewinnt auch der scherzhafte Hashtag #dankemerkel an Popularität.

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    Tags:
    Weihnachtsmarkt, Gefahr, Attentat, Anschlag, Sicherheit, Großbritannien, Deutschland