07:52 26 September 2020
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    Seit mehr als zwei Wochen ist die „ARA San Juan“ im Südatlantik verschollen. Die Chance, die 44-köpfige Crew lebend zu finden, schwindet von Tag zu Tag. Das ist aber weitaus nicht die schwerste Unterwasser-Katastrophe in der Geschichte der Seefahrt. Hier unsere Zusammenstellung der fünf tödlichsten U-Boot-Desaster:

    USS Thresher (USA)

    Das Atom-U-Boot USS Thresher der US-Kriegsmarine sinkt bei einer Übungsfahrt im April 1963 unter seine Zerstörungstiefe und wird von den Wassermassen zerquetscht.

    Der 85 Meter lange Rumpf zerbirst, die Schotten brechen zusammen, die 129-köpfige Besatzung stirbt. Als Ursache gilt eine kaputte Rohrleitung. Der dadurch verursachte Wassereinbruch soll zu einem unaufhaltsamen Absacken des U-Bootes in ca. 2.500 Meter Tiefe geführt haben.

    In dieser Tiefe entspricht der Wasserdruck etwa dem 250fachen des Luftdrucks an der Erdoberfläche. Die USS Thresher versank nach nur zwei Dienstjahren. Nach dem Vorfall wurde die nach ihr benannte Thresher-Klasse in die Permit-Klasse umgetauft.

    Die USS Thresher im Juli 1960
    © AP Photo /
    Die USS Thresher im Juli 1960


    К-141 Kursk (Russland)

    Die K-141 Kursk (Projekt 949A, Nato-Code: Oscar II) der russischen Kriegsflotte wird bei einer Übung in der Barentssee durch die Detonation eines eigenen Torpedos auf den Grund geschickt. Alle 118 Mann Besatzung sterben. Das 154 Meter lange Atom-U-Boot meldet sich am 12. August 2000 nicht per Funk und wird einen Tag später in 108 Metern Tiefe 175 km vor der russischen Küste entdeckt.

    ​Das schwer beschädigte Wrack wird erst 14 Monate nach dem Untergang geborgen. Der offizielle Ermittlungsbericht geht von der Detonation eines eigenen Torpedos an Bord aus, die durch einen technischen Defekt ausgelöst worden war. Die Vermutung mehrerer russischer Militärs, die „Kursk“ sei von einem US-amerikanischen U-Boot versenkt worden, wird von den Ermittlern verworfen.

    USS Scorpion (USA)

    Die USS Scorpion, ein Atom-U-Boot der Skipjack-Klasse der US Navy, sinkt im Mai 1968 im Nordatlantik und zieht alle 99 Besatzungsmitglieder in den Tod. Das 77 Meter lange Wrack des Unterwasserbootes wird erst fünf Monate später in 3300 Metern Tiefe entdeckt.

    Die Umstände des Untergangs sind bis heute nicht völlig geklärt. Die Ermittlungskommission nannte einen Torpedounfall an Bord als wahrscheinlichste Ursache. 25 Jahre nach dem Vorfall behauptete Militärjournalist Ed Offley in einem Buch, die USS Scorpion sei bei einem Unterwassergefecht von einem sowjetischen Atom-U-Boot versenkt worden.

    Die USS Scorpion
    © AP Photo / U.S. Naval History and Heritage Command via AP
    Die USS Scorpion

    K-129 (Sowjetunion)

    Das sowjetische Diesel-U-Boot K-129 (Projekt 629) sinkt im März 1968 während einer Patrouillenfahrt im Pazifik, rund 750 Seemeilen von der US-Insel Oahu entfernt. Alle 98 Insassen finden dabei ihren Tod. Die Ursache für den Untergang des mit drei ballistischen Raketen bestückten U-Bootes ist bislang nicht öffentlich bekannt.

    Die Vermutungen reichen von defekter Abgasführung über die Explosion von Batterien beim Ladeprozess bis hin zur Kollision mit einem U-Boot der US-Marine.

    Sechs Jahre nach dem Untergang gelingt dem US-Gemeindienst CIA mit einem speziell gebauten Bergungsschiff die Bergung des Bugs der K-129 aus rund 5500 Metern Tiefe.

    Die K-129 der sowjetischen Pazifikflotte im Juli 1965
    © Sputnik / A. Steschanow
    Die K-129 der sowjetischen Pazifikflotte im Juli 1965

    HMS Thetis (Großbritannien)

    Die HMS Thetis der britischen Royal Navy sinkt im Juni 1939 beim ersten Tauchtest. Dabei verlieren 99 Menschen an Bord ihr Leben. Das 83 Meter lange U-Boot wird 1940 gehoben und unter dem Namen HMS Thunderbolt im Zweiten Weltkrieg eingesetzt.

    Die HMS Thunderbolt, vor dem Untergang HMS Thetis
    © AP Photo /
    Die HMS Thunderbolt, vor dem Untergang HMS Thetis


    Alle in der Zusammenstellung verwendeten Daten stammen aus frei zugänglichen Quellen.

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