20:10 11 Dezember 2018
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    Atomeisbrecher Lenin

    Der erste Atomeisbrecher der Welt: Vor 60 Jahren lief die „Lenin“ vom Stapel

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    Genau vor 60 Jahren – am 5. Dezember 1957 – ist der erste Atomeisbrecher der Welt zu Wasser gelassen worden. Er trug den Namen „Lenin“ und wurde in der ehemaligen Sowjetunion entwickelt. Interessant ist dabei, dass das Schiff zur Zeit des Kalten Krieges erschien. Zeit für einen Rückblick.

    Die „Lenin“ wurde für den Dienst in der Nordostpassage, zwischen dem Fernen Osten und dem europäischen Teil Russlands, sowie für Expeditionen in der Arktis entwickelt. Das Schiff maß 134 Meter in seiner Länge und 27,6 Meter in seiner Breite. Unter anderem gab es auf dem Eisbrecher eine Landestelle für Hubschrauber.

    Nach seinem Stapellauf 1957 wurde die „Lenin“ dann am 15. September 1959 in Dienst gestellt. 30 Jahre später, im Jahr 1989, wurde das Schiff außer Betrieb genommen und auf Dauer im Hafen der nordrussischen Stadt Murmansk stationiert, wo es nun ein Museum beherbergt. Während seiner langjährigen Arbeit fuhr der Atomeisbrecher ganze 654.400 Seemeilen – genauso viel, wenn man die Erde 30 Mal am Äquator umkreist – und führte 3.741 Schiffe durch Eisgebiete.

    Die „Lenin“ war das erste zivile Schiff der Welt mit Nuklearantrieb. Erst 1962 stellten die USA ihre „Savannah“ vor, welches das erste nuklear betriebene Schiff mit dem Zweck einer Erprobung als Handelsschiff war.

    Atomeisbrecher Lenin
    © Sputnik / Ewgenij Epanttschintsew
    Atomeisbrecher "Lenin"

    Am Bauprojekt des ersten Atomeisbrechers waren rund 300 sowjetische Unternehmen und wissenschaftliche Institute beteiligt. Aus entsprechender Literatur über den Bau des Schiffes ist bekannt, dass die Gesamtlänge aller Schweißnähte mehr als 6.000 Kilometer betrug. Außerdem wurden rund 70.000 diverse Teile für die „Lenin“ hergestellt.

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      Atomeisbrecher "Lenin"
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    Als der Eisbrecher vor 60 Jahren im damaligen Leningrad (heute Sankt Petersburg) zu Wasser gelassen wurde, mussten spezielle Pontons eingesetzt werden, damit der 11.000 Tonnen schwere Körper sich nicht im Becken des Newa-Flusses „begräbt“. Gebaut wurde das Schiff übrigens wegen seiner Größe unter freiem Himmel.

    Am Bord der „Lenin“ gab es drei Atomreaktoren. Jeder von ihnen war fast viermal stärker als das erste Atomkraftwerk der Sowjetunion. Die Gesamtleistung des Antriebs betrug 44.000 PS. Statt Dutzende Tonnen Brennstoff zu verbrauchen, reichten 40 Gramm Atomkraftstoff für lange Reisen.

    Dank diesem sowjetischen Eisbrecher konnte die Arktisnavigation von drei auf elf Monate verlängert werden. Das Schiff arbeitete zum ersten Mal in der Geschichte mehr als ein Jahr lang ohne Pause in der Arktis und bewältigte Eisgebiete, die zuvor als unpassierbar gegolten hatten.

    Der erste Atomeisbrecher schuf einen ganzen Bereich im sowjetischen und später auch russischen Schiffbau. Ohne die „Lenin“ wäre die Präsenz Russlands in der Arktis nicht so wesentlich.

    >>> Mehr zum Thema: Russlands Atom-Eisbrecherflotte

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    Tags:
    Wladimir Lenin, Sowjetunion, UdSSR, Russland