23:27 18 September 2020
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    Bangladesch hat einen Plan zur Umsiedlung eines Teils der aus Myanmar geflüchteten Angehörigen der muslimischen Rohingya-Minderheit auf die unbewohnte Insel Bhashan Char im Golf von Bengalen erarbeitet. Das berichtete der TV-Sender CNN am Mittwoch unter Verweis auf das Ministerium für Planung von Bangladesch.

    Betroffen sollen rund 100.000 von insgesamt ca. einer Million der zurzeit in Bangladesch lebenden Rohingya-Flüchtlinge sein.

    Für die Umsetzung dieses Projektes soll Dhaka 278 Millionen US-Dollar (ca. 234 Millionen Euro) zur Verfügung stellen. Die Umsiedlung auf die Insel Bhashan Char, die als Überschwemmungsgebiet gilt, soll bis November 2019 abgeschlossen werden.

    Dem TV-Sender zufolge sind allein seit August rund 626.000 Flüchtlinge von Myanmar nach Bangladesch gelangt, wobei deren Löwenteil auf Vertreter der Rohingya-Minderheit entfällt. Bisher habe es in Bangladesch etwa 300.000 solche Flüchtlinge gegeben. 

    Rohingya-Flüchtlinge
    © REUTERS / Mohammad Ponir Hossain
    Myanmar (auch Burma) wird seit Jahren von schlimmen Gewaltaktionen erschüttert. Die Armee geht in der Provinz Rakhine gegen islamistische Rebellen vor, nachdem diese Polizei- und Militärposten attackiert hatten. Hunderte Menschen sollen seit Herbst 2017 bereits ums Leben gekommen sein.

    Als Rohingya wird eine Ethnie in Myanmar bezeichnet, deren Mitglieder zum Großteil sunnitische Muslime sind. Sie leben hauptsächlich im nördlichen Teil des an Bangladesch grenzenden Rakhaing-Staates. Bis zu den Auseinandersetzungen im Herbst 2017 sollen in Myanmar etwa eine Million Rohingya gelebt haben.

     

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    Tags:
    Unruhen, Umzug, Flüchtlinge, CNN, Golf von Bengalen, Insel Bhashan Char, Myanmar, Bangladesch