07:24 22 Juli 2018
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    Wolf (Symbolbild)

    Norwegens Wölfe sind in Gefahr – nicht nur durch Jagd

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    Norwegische Wölfe leben ziemlich isoliert: Kontakte zu Artgenossen aus anderen Ländern sind sehr selten. Genau das wird den Tieren zum Verhängnis, wie das Portal „The Local“ berichtet.

    Wie schlimm es um die Wölfe in Norwegen steht, war den Forschern laut dem Portal bislang unklar. Jetzt hat ein internationales Team von Biologen und Zoologen herausgefunden: Die norwegischen Wolfsrudel vermehren sich größtenteils durch Inzucht. Und das hat natürlich Auswirkungen auf ihre Nachkommen.

    430 Wölfe leben insgesamt in Skandinavien, wie das Portal schreibt. Ihre „Urväter“ waren einige wenige Tiere, die in den 1980er und 1990er Jahren in der Region angesiedelt wurden.

    Anfang der 2000er Jahre wurden in Norwegen 80 erwachsene Wölfe gezählt, wobei in der ganzen Zeit von der ersten Ansiedlung bis zur Zählung gerade mal fünf Tiere aus fremden Populationen in Norwegen angesiedelt wurden. Die Fortpflanzung muss laut dem Portal also größtenteils durch Inzucht erfolgt sein.

    Für die Gesundheit der Nachkommen hat das schlimme Folgen. Wissenschaftler haben die DNA von 100 Tieren untersucht und laut dem Portal Erschreckendes festgestellt: Die Wolfswelpen leiden an Zahn- und Knochendefekten, sie sind kaum überlebensfähig, und die erwachsenen Tiere sind häufig zeugungsunfähig, so das Portal.

    2008 sind zwei erwachsene Tiere aus einer finnisch-russischen Population nach Norwegen gebracht worden. Sie dürften den Genpool etwas aufgefrischt haben. Seitdem sind jedoch nur drei Welpen geboren worden.

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    Tags:
    Wölfe, Jagd, Gefahr, Norwegen
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