08:56 18 Juli 2018
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    Charles Robert Jenkins

    Ex-US-Soldat tot: Vor 50 Jahren desertierte er nach Nordkorea

    © REUTERS / Darren Whiteside/File photo
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    Ein Gewehr, ein weißes T-Shirt am Lauf, und ab über die Grenze: Charles Robert Jenkins, ein US-Soldat, war noch ein junger Bursche, als er sich spontan entschloss, nach Nordkorea zu fliehen. Er ist heute im Alter von 77 Jahren in Japan gestorben, schreibt „Japan Today“.

    Er hatte in jener Januarnacht 1965 schon ein paar Bier intus, als er mit seinen Kameraden entlang der demilitarisierten Zone patrouillierte. Bei einem kurzen Halt stülpte er ein weißes T-Shirt über den Lauf seines Gewehrs und lief über die Grenze nach Nordkorea.

    Der Militärdienst sei ihm schwergefallen, und er habe keine Lust auf den Vietnam-Krieg gehabt, sagte der damals 24-Jährige später laut dem Portal. Sein eigentliches Ziel sei die UdSSR gewesen, dort habe er sich ergeben wollen.

    Doch Jenkins musste sein Leben in Nordkorea verbringen, wo er nach dem Überlaufen festgenommen wurde. In den Jahrzehnten danach unterrichtete er Englisch an einer Militärschule und spielte US-Agenten in Propagandafilmchen.

    Eine Familie gründete er auch: Er heiratete eine Japanerin, die von den nordkoreanischen Geheimdiensten entführt worden war und bei der Ausbildung von Agenten eingesetzt wurde.

    2002 durfte Jenkins' Frau in ihre Heimat zurück, 2004 folgte er ihr mit den beiden Töchtern. Das US-Militär verurteilte den ehemaligen US-Soldaten als Fahnenflüchtigen – zu einer symbolischen Haftstrafe von 30 Tagen. Danach lebte das Ehepaar in der Stadt Niigata, wo Jenkins in einem Souvenirladen arbeitete und seine Memoiren verfasste.

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    Tags:
    Charles Robert Jenkins, Nordkorea, USA
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