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    Das gibt’s wirklich: Schockierende Krankheiten, die Ärzte ratlos machen

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    Die heutige Medizin hat Fortschritte erreicht, die noch vor einem Jahrhundert undenkbar waren. Ärzten und Forschern sind unglaubliche Durchbrüche gelungen, es wurden Heilmittel für Krankheiten entdeckt, die als unheilbar galten. Dennoch gibt es bis heute Erkrankungen, die Ärzte ratlos machen.

    Sputnik präsentiert Ihnen neun äußerst ungewöhnliche Krankheiten, die sehr selten auftreten und noch nicht genügend erforscht wurden.

    1. Pica-Syndrom

    Das ist eine seltene Essstörung, bei der Menschen ungenießbare oder auch ekelerregende Dinge zu sich nehmen: Büroklammern, Nägel, Lehm, Kreide, Sand, Papier, Zahnpulver usw. Der ebenfalls übliche Begriff Pikazismus wurde früher auch in Bezug auf Schwangere wegen ihrer manchmal ungewöhnlichen Essgelüste gebraucht.

    Hinter dem Pica-Syndrom vermuten Forscher neuropathologische Gründe: Es betrifft relativ häufig geistig beeinträchtigte Menschen, Schizophrene, Demente, Autisten, Menschen mit anderen psychischen Erkrankungen.

    Ein anderer Grund könnte auch ein ausgeprägter Eisenmangel oder Mineralstoffmangel sein.

    2. Münchmeyer-Syndrom

    FOP (Fibrodysplasia ossificans progressive), auch Münchmeyer-Syndrom genannt, ist eine seltene genetische Krankheit, bei der das Binde- und Stützgewebe sich fortschreitend in Knochen verwandelt. Die Verknöcherung beginnt etwa im Alter von zehn Jahren und ist mit der Mutation eines bestimmten Gens verbunden. Die ersten Fälle waren im 17. und 18. Jahrhundert registriert worden.

    Beim Ausbruch der Krankheit werden Bereiche des Körpers aufgebläht und erhitzen sich stark. Nach wenigen Tagen bildet sich das Gewebe wieder zurück. Auf Röntgenbildern ist dann allerdings zu sehen, dass hier neue Knochen entstanden sind.

    3. Alice-im-Wunderland-Syndrom

    Alice-im-Wunderland-Syndrom
    Alice-im-Wunderland-Syndrom

    Als Alice-im-Wunderland-Syndrom wird eine halluzinatorische Wahrnehmungsstörung bezeichnet, bei der Menschen ihre Umgebung oder sich selbst als verkleinert oder vergrößert sehen. 

    Der Zustand ist nicht mit einer Schädigung der Sehorgane verbunden. Das Syndrom tritt meist als Begleiterscheinung eines Migräne-Anfalls oder als Vorbote eines epileptischen Anfalls auf.

    Neben der visuellen Wahrnehmungsstörung kann das Syndrom zudem den Hör- und Tastsinn beeinflussen. Das Alice-im-Wunderland-Syndrom kann auch in der Dunkelheit auftreten, wenn das Gehirn nicht genug Signale über die Größe der Gegenstände empfängt.

    4. Das Alien-Hand-Syndrom

    Alien-Hand-Syndrom
    Alien-Hand-Syndrom

    Stellen Sie sich vor, ihre eigene Hand würde versuchen, Sie zu erwürgen. Keine angenehme Vorstellung. Aber so etwas kann es tatsächlich geben.

    Das Alien-Hand-Syndrom ist eine komplizierte und eine bisher selten beschriebene neurologische Störung, bei der eine der beiden Hände vom Körper nicht mehr kontrolliert werden kann. Die betroffenen Patienten empfinden diese Hand als fremd und nicht zu ihrem Körper gehörend.

    Erstmals beschrieben wurde die Krankheit 1908 vom deutschen Neurologen Kurt Goldstein. Er hatte damals eine Patientin behandelt, die sich im Schlaf mit ihrer eigenen linken Hand zu erwürgen versuchte. Der Neurologe konnte bei ihr jedoch keine psychologischen Störungen feststellen. Die Anfälle hörten dann mit der Zeit selbst auf. Nach dem Tod der Patientin führte er eine Obduktion durch und stellte dabei Hirnschäden fest, welche die Signalübertragung zwischen den beiden Hemisphären des Gehirns gestört hatten.

    5.Wassernesselsucht

    Bei Menschen mit dieser seltenen Form von Allergie entstehen nach jeder Berührung mit dem Wasser kleine weißliche Papeln auf der Haut, die bis zu zwei Stunden bestehen bleiben können und stark jucken.

    Die Wassernesselsucht betrifft vor allem Frauen. Die Krankheit ist jedoch dermaßen selten, dass nicht viel darüber bekannt ist: Weltweit sind Medienberichten zufolge nur 35 Fälle registriert worden. Die Wassernesselsucht ist zwar bislang nicht heilbar, kann aber mit einer Reihe von Arzneimitteln gelindert werden.

    6. Tödliche familiäre Schlaflosigkeit

    Bei der tödlichen familiären Schlaflosigkeit handelt es sich um eine erbliche und unheilbare Krankheit, die nach kurzer Zeit, wie der Name schon sagt, tödlich endet. Sie ist jedoch sehr selten: Es sind lediglich 40 erkrankte Familien bekannt.

    Die ersten Symptome treten im Alter zwischen 37 und 62 Jahren auf und halten sieben bis 36 Monate an. Menschen, die an der Krankheit leiden, verfallen regelrecht. Zu einem gewissen Zeitpunkt ist der Körper derart erschöpft, dass er einfach kapituliert.

    Die Krankheit wurde 1986 erstmals beschrieben. 1992 wurde die zur Krankheit führende Mutation im PRNP-Gen beschrieben und vier Jahre später die experimentelle Übertragbarkeit nachgewiesen.

    7. Das Kleine-Levin-Syndrom

    Dornröschen-Syndrom
    Dornröschen-Syndrom

    Das Kleine-Levin-Syndrom oder Dornröschen-Syndrom ist eine weitere sehr selten auftretende neurologische Störung. Die betroffenen Patienten haben periodisch erhöhtes Schlafbedürfnis sowie Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen.

    Die Kranken verbringen den Großteil des Tages (bis zu 18 Stunden, manchmal länger) im Schlaf und wachen nur dann auf, wenn sie essen oder ihre Notdurft verrichten wollen. Die Unterscheidung von Traum und Realität ist nicht gegeben. Wenn jemand sie zu wecken versucht, werden die Betroffenen manchmal aggressiv. Dabei ist es keine leichte Aufgabe, sie überhaupt zu wecken, denn sie schlafen sofort wieder ein. Die Krankheit tritt meistens bei männlichen Jugendlichen auf.

    8. Syndrom der „wandernden Toten“

    Cotard-Syndrom
    Cotard-Syndrom

    Das Cotard-Syndrom (auch nihilistischer Wahn oder auf Englisch Walking Corpse Syndrom) bezeichnet einen Zustand, bei dem ein Mensch irrtümlich davon überzeugt ist, dass er tot sei. Die Patienten glauben oft zu verwesen oder ihr Blut oder innere Organe verloren zu haben.

    Manche Patienten beschweren sich zudem, dass sie kein Herz oder kein Gehirn hätten oder dass ihre Eingeweide verrottet seien.

    Das Cotard-Syndrom wurde nach dem französischen Neurologen Jules Cotard benannt. Er schilderte 1880 den Fall einer 43-jährigen Patientin, die glaubte, kein Gehirn zu haben und tot zu sein, weswegen sie verlangte, verbrannt zu werden.

    9. Konnatale Hyperekplexie

    Stiff-Baby-Syndrom
    Stiff-Baby-Syndrom

    Das ist eine seltene angeborene Störung, die in jedem Alter auftreten kann. Sie äußert sich in inadäquaten Reaktionen auf taktile und akustische Reize.

    So werden die Erkrankten oft durch laute Geräusche, Berührungen oder Bewegungen aufgeschreckt, sodass ihre Muskeln sich krampfhaft anspannen und erstarren.

    Die Symptome lassen mit zunehmendem Lebensalter nach.

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