06:34 18 Oktober 2018
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    Flüchtlingslager: Flüchtlinge warten auf die Ausgabe von Nahrungsmitteln - die humanitäre Lage in Rukban ist extrem schwierig

    Syrische Flüchtlinge beschweren sich bei Moskau und Damaskus über US-Soldaten

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    Die Einwohner des Flüchtlingscamps al-Rukban nahe der syrischen Grenze zu Jordanien haben die syrischen Behörden und Russland um Beistand bei der Lieferung von Hilfsgütern gebeten, berichtet die Nachrichtenagentur RIA Novosti unter Verweis auf eine informierte Quelle. Die Hilfslieferungen werden von US-amerikanischen Soldaten verhindert.

    „Die Flüchtlinge, die im Lager al-Rukban leben, haben die russische Seite und die syrischen Behörden darum gebeten, bei der Lieferung von Hilfsgütern zu helfen", so die Quelle. Dabei hätten die Einwohner des Flüchtlingslagers die syrische Armee bei der Terrorismusbekämpfung unterstützt.

    Bei den Gesprächen ging es unter anderem um den von der syrischen Seite unterbreiteten Vorschlag, Flüchtlinge aus al-Rukban in die von den Regierungskräften kontrollierten Gebiete der Provinzen Damaskus, Homs und Deir ez-Zor zu verlegen.

    Die humanitäre Lage in al-Rukban wird dadurch verschärft, dass sich ein Stützpunkt der US-Armee in der Nähe befindet, wo syrische Oppositionelle trainiert und bewaffnet werden. Seit mehr als einem Jahr war lediglich ein einziger Hilfskonvoi in der Stadt al-Rukban eingetroffen. 

    Zuvor hatte der Chef des russischen Versöhnungszentrums, Sergej Kuralenko, mitgeteilt, Russland und Syrien seien bereit, jederzeit Konvois mit Hilfsgütern in die betroffene Region zu schicken. Allerdings hätten die USA bislang nicht auf die Vorschläge zur sicheren Lieferung von Hilfsgütern in die Stadt At-Tanf reagiert. Deshalb werde die Entscheidung über Hilfe für al-Rukban verzögert.

    Bereits am 20. November hatte Russland dem Kommando der US-Truppen in At-Tanf vorgeschlagen, die Sicherheit der Hilfslieferungen gemeinsam zu gewährleisten. Die internationale US-geführte Koalition stimmte zwar zu, äußerte aber, die syrischen Behörden hätten nicht bestätigt, dass sie die Konvois durchlassen würden. 

    „Sie (die USA – Anm. d. Red.) versuchten, die Schuld der syrischen Regierung in die Schuhe zu schieben, die angeblich die Fahrt der Hilfskonvois bis an die Grenze der 55-Kilometer-Zone in At-Tanf nicht sichert", sagte die Quelle. Die US-Amerikaner hätten sich zwar bereit erklärt, die Hilfsgüter weiter bis zum Flüchtlingslager zu begleiten. Diesen Anspruch stellte die Quelle jedoch in Frage: „Es ist unverständlich, wie sie das machen könnten." Nach eigenen Aussagen hätten die 500 auf der Militärbasis lebenden US-Soldaten keine Möglichkeit, die Lage in al-Rukban zu kontrollieren. 

    Die syrischen Behörden seien dank der russischen Initiative zur Begleitung von Hilfskonvois bereit, die Lieferung von Hilfsgütern zu gewährleisten, wenn diese gerecht verteilt würden. 

    Die ersten Flüchtlinge waren bereits 2014 nach al-Rukban gekommen. Zur Zeit wird das Gebiet des Flüchtlingscamps, in dem rund 50.000 Menschen leben, von illegalen bewaffneten Gruppierungen kontrolliert und ist dreigeteilt. 

    Syrische Oppositionelle hatten die Anarchie in der Region und die Nähe der Grenze zu Jordanien genutzt, um Waren zu schmuggeln und daran zu verdienen.

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    Tags:
    Flüchtlinge, Hilfskonvoi, Hilfe, Humanitäre Hilfsgüter, Russisches Zentrum für Versöhnung der Konfliktparteien, Syrien, USA, Russland