18:16 19 September 2020
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    Nordkorea bereitet sich derzeit laut internationalen Medienberichten unter Berufung auf die südkoreanische Zeitung „Joongang Ilbo“ auf einen Start eines neuen Satelliten vor.

    Dabei soll es sich um einen neuen Satelliten namens „Kwangmyongsong-5“ handeln. Er soll mit Kameras und Telekommunikationsgeräten ausgestattet sein und auf einer Erdumlaufbahn platziert werden.

    Ein südkoreanischer Militärsprecher hatte am Dienstag mitgeteilt, dass in letzter Zeit in Nordkorea „nichts Ungewöhnliches“ beobachtet worden sei. Seoul passe aber auf alle Provokationen auf, darunter auch Tests einer Langstreckenrakete, „die als Satellitenstart getarnt sind“.

    Die russische Expertin von der Staatlichen Universität Sankt Petersburg, Irina Lantsowa, kommentierte gegenüber dem Portal „rueconomics.ru“ die jüngste Nachricht. Ihr zufolge wird der Test des neuen nordkoreanischen Satelliten zu einer erneuten Eskalation und neuen Sanktionen führen.

    „Der Start eines Satelliten und der Start einer ballistischen Rakete ist fast dasselbe. Nordkorea ist es verboten, ballistische Raketen einzusetzen“, so die Expertin.

    „Seit 2006 darf Nordkorea keine ballistischen Raketen nutzen, darunter auch für einen Satellitenstart“, präzisierte sie.

    Sie verwies darauf, dass der neue Satellit zu einer Eskalation führen werde, weil dieser ein direkter Verstoß gegen die UN-Resolution sei. Dieses Dokument habe einen imperativen Charakter und sei somit für alle obligatorisch. Das Vorgehen Nordkoreas sei tatsächlich ein Verstoß gegen die Normen des internationalen Rechts. Als Ergebnis sei die Verstärkung der Sanktionen gegen Pjöngjang nicht ausgeschlossen. Laut Lanzowa werden die Sanktionen jedoch kaum etwas ändern.

    „Pjöngjang wird das tun, was es für nötig hält, und wir sehen dies in den letzten Jahren“, sagte sie weiter. Sie betonte dabei, dass die nordkoreanische Außenpolitik nicht auf einer langfristigen Perspektive, sondern auf einer kurzfristigen, bestenfalls mittelfristigen Perspektive beruhe.

    „Was später sein wird, ist nicht wichtig“.

    Die Strategie Nordkoreas basiert ihr zufolge auf der Demonstration seiner eigenen Macht und Unabhängigkeit sowie der Freiheit, sich so zu verhalten, wie es Nordkorea für notwendig hält.

    Am 7. Februar hatte Pjöngjang den Start des Satelliten „Kwangmyongsong-4“ („Heller Stern“) bekanntgegeben, den eine ballistische Trägerrakete auf eine Erdumlaufbahn brachte. Dieser Raketenstart war ein Verstoß gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, die Nordkorea Raketenstarts unter Einsatz ballistischer Technologien verbieten.

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    Tags:
    Start, Rakete, Satellit, Satellit Kwangmyongsong-4, Südkorea, Nordkorea