20:59 24 September 2018
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    Sensor für Übergewicht: Dieses Körperteil sagt Ihnen, wann genug ist – Forscher

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    Schwedische Forscher haben herausgefunden, dass die Knochen eines Menschen nicht nur eine Gewichtszunahme wahrnehmen, sondern auch signalisieren, wenn es an der Zeit ist, eine Diät zu starten und ein paar Kilos zu verlieren. Die entsprechenden Studienergebnisse erschienen im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

    Schon seit Langem ist bekannt, dass eine sitzende Lebensweise und ein daraus bedingter Bewegungsmangel das Risiko zur Entwicklung von Übergewichtigkeit erhöhen. Für eine Studie gingen demnach Forscher des Universitätskrankenhauses Sahlgrenska im schwedischen Göteborg dem Phänomen nach. Sie vermuteten, dass sich der Regler des Körpergewichts in den Beinen des Menschen befinde.

    Die überschüssige Nahrungsmittelaufnahme kontrolliere im Organismus der Säugetiere das Proteohormon Leptin. Wenn es genügend Fettvorräte gebe, beginne es, das „Hungerzentrum“ im Gehirn zu lähmen.

    Mehrere Forschungen sind laut dem Blatt bereits durchgeführt worden, um die Hormonwirkung bei Menschen mit Übergewicht zu klären. Wie es sich herausstellte, liegt es nicht immer an Störungen der Leptin-Synthese oder der Unempfindlichkeit des Gewebes. Daraus resultiere, dass es im Organismus auch andere Systeme für die Regelung von Fettmasse und Körpergewicht gebe.

    Die Forscher nahmen an, dass das Körpergewicht durch die sogenannte „Gravitostase“ (ähnlich der Homöostase) geregelt werden könne. Laut dieser Hypothese soll der Gewichtssensor immer unten sein, um erhöhten Druck fixieren zu können.

    Um das zu prüfen, implantierten die Wissenschaftler demnach Mäusen und Ratten Kleingewichte, die rund 15 Prozent deren Gewichts ausgemacht hatten. Indes seien einer Kontrollgruppe leere Kapseln eingesetzt worden, deren Gewicht nur drei Prozent des der Nager entsprochen habe.    
    Die Tiere, die die echten Gewichte trugen, sollen begonnen haben, weniger zu essen und Gewicht zu verlieren, und das schon am zweiten Tag des Experiments.

    Im Laufe von zwei Wochen soll sich das Gewicht aber ausgeglichen haben: Die „belasteten“ Tiere hätten das Gewicht verloren, das im Durchschnitt dem Gewicht der implantierten Kapseln entsprochen habe. Außerdem habe sich die Menge des weißen Fettgewebes bei den Tieren verringert. Nachdem den Tieren die Kleingewichte wieder entnommen worden seien, hätten sie außerdem wieder zugenommen. Während des gesamten Experiments soll der Leptin-Wert im Blutserum der Test-Nager außerdem wesentlich niedriger als bei denen der Kontrollgruppe gewesen sei.

    Ferner haben die Forscher laut dem Blatt herausgefunden, dass die Überbelastung von den im Knocheninneren liegenden und Knochengewebe produzierenden Sensorzellen, den sogenannten Osteozyten, aufgedeckt werde. Diese seien bekanntlich empfindsam gegenüber der kurzzeitigen Einwirkung auf die Knochen.

    Bei Menschen mit vorwiegend sitzender Lebensweise könne sich die Menge der Osteozyten in den Knochen der unteren Gliedmaßen, auf die das Körpergewicht drücke, mit der Zeit verringern, was zu Störungen der „Gravitostase“ und einer Gewichtszunahme führe. Laut den Forschern setzt dieses Phänomen unbekannte Signalmechanismen ein, die weitere Studien erfordern.

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    Tags:
    Leptin, Regelung, Fettgewebe, Hormonwirkung, Lebensweise, Beine, Menschenknochen, Körpergewicht, Universität Göteborg, Sahlgrenska-Akademie, Göteborg, Schweden