12:03 03 August 2020
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    Auf der A4 in Fahrtrichtung Köln ist es bei Düren anscheinend zu einem Mordanschlag auf den Fußballer Deniz Naki gekommen. Der kurdischstämmige Sportler blieb unverletzt und vermutet einen politischen Hintergrund, berichten verschiedene Medien übereinstimmend.

    Die Polizei in Aachen teilte mit, dass der Wagen des 28-jährigen Sportlers in der Nacht zum heutigen Montag auf der A4 beschossen worden sei. Zwei Projektile hätten das Auto bei voller Geschwindigkeit im Bereich des linken Hinterreifens und zwischen zwei Fenstern getroffen. Naki sei allerdings unverletzt geblieben.

    ​„Ich habe mich sofort weggeduckt und bin dann rechts auf den Standstreifen gerollt. Ich hatte Todesangst”, beschrieb Naki gegenüber der „Welt“ den Vorfall.

    Die Schüsse seien aus einem schwarzen Kombi abgefeuert worden, der auf der linken Spur etwas zurückgesetzt gefahren sei.

    Die Aachener Polizei soll indes die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes aufgenommen haben. Zu den Hintergründen wollte sie sich zunächst nicht äußern.

    Der Sportler selbst vermutet eine politisch motivierte Tat, ausgeführt von einem Agenten der türkischen Regierung oder einem in Deutschland lebenden rechtsradikalen Türken.

    „Ich glaube, dass es hier um eine politische Sache geht“, wird Naki von der Nachrichtenseite „Bento“ zitiert.

    Weil er sich eindeutig pro-kurdisch geäußert hätte, sei er in der Türkei „eine laufende Zielscheibe“. Zudem gelte er als ein scharfer Kritiker des türkischen Militäreinsatzes gegen die Kurden.

    Bereits im Mai 2017 war der Deutsch-Kurde in der Türkei zu einer 18-monatigen Haftstrafe auf Bewährung wegen angeblicher Terrorpropaganda für die dort verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK verurteilt worden.

    Der in Düren geborene Naki hat bereits für St. Pauli und Paderborn gespielt, steht aber im Moment beim kurdischen Verein Amed Sportif Faaliyetler unter Vertrag. Dieser spielt in der dritten türkischen Liga.

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    Tags:
    Mordanschlag, Autobahn, Türken, Kurden, Deniz Naki, Recep Tayyip Erdogan, Deutschland