00:51 19 Januar 2018
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    Prostituierte und Korruption: Sohn versäuft Netanjahus Karriere

    © REUTERS/ Pool/ Abir Sultan
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    Der israelische Premier Benjamin Netanjahu ist in eine Kritikwelle geraten, nachdem das Gespräch seines Sohns mit einem Kumpel publik wurde. Der junge Mann habe über Prostituierte und brisante Geschäfte des Vaters geplaudert. Der Skandal ist ein neuer Schlag für den Ruf des Politikers, der der Korruption verdächtigt wird, schreibt „Gazeta.ru“.

    Die Zeitung macht darauf aufmerksam, dass das eigentliche Gespräch von Jair Netanjahu mit einem Freund vor drei Jahren stattgefunden habe. Jair selbst beteuerte bereits, er habe unter Alkoholeinfluss „Unsinn erzählt“. Der Vater versicherte seinerseits, er und seine Frau hätten ihren Kindern Respekt vor Frauen beigebracht. Netanjahu kenne nach seinen Behauptungen zudem keinen Gas-Magnaten Kobi Maimon, er soll ihn nur einmal im Leben getroffen und habe nicht gewusst haben, dass sein Sohn mit dem des Tycoons befreundet sei.

    Auf die nun aufgetauchten Audiomitschnitte des brisanten Gesprächs macht auch die „Süddeutsche Zeitung“ aufmerksam. „Die Äußerungen des Sohnes in jener Nacht sind keine Hilfe, oder anders ausgedrückt: Sie sind ein GAU“, schreibt das Blatt. „Jair Netanjahu stellt in der Aufnahme nämlich einen Zusammenhang zwischen einem finanziellen Gefallen und einem umstrittenen Milliardengeschäft her.“

    Damit bezieht sich die Zeitung auf folgende Aussage von Jair Netanjahu, die als Audiomittschnitt veröffentlicht wurde: „Mein Vater hat einen 20-Milliarden-Deal für dich arrangiert, und du kannst mir keine 400 Schekel (umgerechnet 100 Euro – Anm. d. Red.) geben?“, sagt der Sohn des Premiers zu Ori Maimon, dem Sohn des Gas-Magnaten Kobi Maimon. Mit dem Geld sollte angeblich eine Prostituierte bezahlt werden. Der Dritte im Bunde heiße Roman Abramow, ein hoch bezahlter Angestellter eines australischen Milliardärs, so SZ.

    Die Zeitung betont weiter, dass die Opposition von Netanjahu nun eine Untersuchung fordere und den Korruptionsverdacht durch die Aussagen des Sohnes bestätigt sehe. Die Anwälte der Familie des israelischen Premiers hatten die Verbreitung der Aufnahmen aus dem Jahr 2015 verhindern wollen, so das Blatt. Damals setzte Netanjahu einen Gas-Deal gegen Widerstände der Knesset und des Kartellamts durch.

    Auch auf Roman Abramow, den Dritten im Bunde, wird der Leser aufmerksam gemacht. Die Ermittler haben laut der Zeitung den Verdacht, dass Abramow, ein Freund von Jair Netanjahu, nur deshalb einen Job beim australischen Milliardär James Packer bekommen habe, weil Benjamin Netanjahu und Packer Geschäftsfreunde seien. Abramow bekomme für seinen Job viel Geld, wobei er angeblich keine richtige Aufgabe erfülle. Der unselige Spaziergang durch Tel Aviv soll im Appartement des Milliardärs, zu dem Abramow Zugang hatte, geendet haben, so SZ.

    Neben brisanten Geschäften seines Vaters prahlte Jair Netanjahu mit seinen Freunden darüber, wie viele Nummern von Stripperinnen sie im Handy gespeichert und wie viel Geld sie für diverse Dienste ausgegeben hätten. Jair Netanjahu soll dann gar angeboten haben, seine Ex-Freundin gegen Geld zu vermitteln.

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