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15:04 18 August 2019
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    Meteoritenstück

    „Meteorit“ gibt Rätsel auf: Komponenten stammen nicht aus unserem Sonnensystem

    © Foto: Russische Akademie der Wissenschaften
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    Der im Jahr 1996 in Ägypten gefundene Stein „Hypatia“ enthält Mineralverbindungen, die in unserem Sonnensystem nicht vorkommen. Zu diesem Schluss sind Wissenschaftler von der Universität Johannesburg (Südafrika) gekommen, deren Forschungsergebnisse unlängst im US-Fachblatt „Science Alert“ erschienen.

    „Der Großteil von ‚Hypatia‘ ähnelt einem schlecht vermischten Kuchenteig“, so der leitende Wissenschaftler Jan Kramers. „Die Matrix des Steins enthält eine große Menge von sehr spezifischen Kohlenstoffverbindungen, die als polyaromatische Kohlenwasserstoffe bezeichnet werden. Diese sind Grundkomponenten von interstellarem Staub.“

    Dieser Staub habe noch vor der Entstehung unseres Sonnensystems existiert und finde sich auch in Meteoriten, Asteroiden und Kometen wieder. Das Innere von „Hypatia“ soll sich aber von allen anderen Festkörpern kosmischen Ursprungs unterschieden, die bislang auf der Erde entdeckt worden seien.

    Eine Analyse habe Spuren von Aluminium in seiner reinen Form aufgedeckt. Dieser Stoff komme in unserem Sonnensystem nur in äußerst geringen Mengen und unter spezifischen Bedingungen, beispielsweise in Eruptionsschloten, vor.

    Den Forschern zufolge hatte sich „Hypatia“ wohl noch vor der Entstehung des Sonnensystems gebildet, höchstwahrscheinlich bei einer Temperatur unter der von Flüssigstickstoff (-196 Grad Celsius). Vermutlich sei der „außerirdische Stein“ aus dem Kuiper-Gürtel (einer scheibenförmigen Region außerhalb der Neptunbahn) gekommen, der um das Vierzigfache weiter von der Sonne entfernt ist als unser Planet.

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    Tags:
    Eruptionsschlot, interstellarer Staub, Metallaluminium, Kohlenwasserstoff, Mineralverbindungen, Hypatia, University of Johannesburg, US-Fachblatt "Science Alert", Jan Kramers, Ägypten, Kuiper-Gürtel, Sonnensystem, Johannesburg, Südafrikanische Republik