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    Krieg der Giganten: Google vs. Amazon

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    Der Bitcoin-Boom, Tweets von US-Präsident Donald Trump und ein Skandal um die Verwundbarkeit von Prozessoren haben einen Überlebenskampf zwischen Amazon und Google in den Schatten gestellt, schreibt das russische Internetportal expert.ru am Montag.

    Die jüngste für Kunden spürbare Folge des langwierigen Konflikts beider IT-Giganten war die Abschaltung der Amazon TV-Apps von dem zu Google gehörenden YouTube-Service Ende vergangenen Jahres. Beim Versuch, Zugang zu YouTube zu bekommen, erhalten Amazon-Fire-TV-Nutzer auf ihren Bildschirmen ein Angebot, zwischen zwei Webbrowsern zu wählen, statt direkt auf die Website zu gelangen.

    Der Konflikt zwischen Google und Amazon war seit langem entbrannt. Bereits 2011 entwickelte Amazon eine eigene Version des Android-Operationssystems für eigene Kindle-Fire-Tablets und warf mehrere Apps, darunter Google-Play-Store, „über Bord“. Statt dessen bot Amazon eigene Apps an. Auch das eigene Prime Video wurde abgeschaltet.

    Seine unfreundlichen Handlungen erklärte der Amazon-Konzern mit der verschwommenen Formulierung „Unannehmbare Bedingungen“. Dabei meinte das von Jeff Bezos gegründete und geführte Unternehmen wohl den fehlenden Wunsch, die 30-prozentige Kommissionsgebühr zu zahlen, die Apple und Google von Kunden verlangen, die Dienste auf ihren mobilen Plattformen abonnieren. Dann stellte Amazon den Verkauf von TV-Apps der Konkurrenten in seinem Appstore ein.

    Im vergangenen Jahr nahm Amazon den Handel mit TV-Apps von Apple wieder auf, während der Kalte Krieg gegen Google noch heißer wurde. Amazon entwickelte eine YouTube-Version für Echo Show – eine der ersten Vorrichtungen mit Alexa-Bildschirm. Dabei gab es keinen Platz für YouTube-Annoncen mehr. Google erklärte, dass diese App gegen Dienstleistungskonditionen verstößt, und schaltete den Amazon-Kanal ab. Darauf stellte Bezos den Verkauf mehrerer Nest-Geräte aus der Produktion des Amazon Google-Dachkonzerns Alphabet ein.

    Im vergangenen November stattete Amazon Echo Show – ebenfalls ohne Genehmigung von Google – mit einer kompatibleren YouTube-Version aus. Google schaltete YouTube ab und drohte an, den Service auch von anderen Amazon-Gadgets zu nehmen.

    In diesem Moment schien es, dass Amazon des Krieges überdrüssig geworden und bereit ist, den Frieden zu schließen: Der Konzern kündigte die Wiederaufnahme der Verkäufe digitaler Mediaplayer Chromecast von Google an. Aber auf den Chromecast-Seiten im Amazon-Store heißt es immer wieder: „Derzeit nicht auf Lager.“

    Es ist quasi vorprogrammiert, dass der Konflikt zwischen den beiden IT-Giganten nach der Ausstellung Consumer Electronics Show weiter eskaliert. In diesem Jahr zeigten die beiden Konkurrenten in Las Vegas ihre neuen Produkte – Stimme Plattformen.

    In ihrem Konkurrenzkampf setzen sich die IT-Branchenführer über die grundlegenden Prinzipien hinweg – maximale Auswahl in Internetläden und weltweit uneingeschränkter Zugang zu Informationen.

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