00:20 18 November 2019
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    Ein Dixi-Klo (Symbolbild)

    Amerikaner gewinnt Marathons auf Dixi-Klo sitzend – wie ist das möglich?

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    Ein Marathonläufer hat mehrere Jahre lang den sogenannten „Ultramarathon“ in den USA gewonnen, ohne dabei das stille Örtchen zu verlassen. Nun wurde er „auf frischer Tat“ ertappt und für Jahre disqualifiziert, all seine Titel werden aberkannt, berichtet das Magazin „Runner’s World“. Sein Trick war dabei gleichermaßen schwindlerisch wie amüsant.

    Der US-Ultramarathonläufer Kelly Agnew hat bereits viele siegreiche Läufe absolviert, anscheinend jedoch indem er sich einen regelwidrigen Vorteil verschafft hatte. Der Schwindel ist dieses Mal allerdings nicht etwa Doping – sondern ein Dixi-Klo.

    Wie das Blatt berichtet, hat sich der „Sportler“ während des Rennens auf einem Dixi-Klo versteckt und sich durch einen geschickten wie auch unerlaubten Trick immer Runden anrechnen lassen, ohne sie gelaufen zu sein.

    So funktionierte der „Klo-Trick“

    Nach Angaben des Magazins hat Kelly Agnew regelmäßig an den Rennen „Across the Years“ teilgenommen. Diese haben ein besonderes Format: Die Sportler haben nicht eine bestimmte Strecke zu laufen, auf der dann die Zeit gemessen wird, sondern genau umgekehrt.

    Die Läufer bekommen 24, 48, 72 Stunden oder sechs Tage Zeit, um eine möglichst viele Runden zu laufen, die dann über den Sieg entscheiden.

    Agnew nahm meistens an der 48-Stunden-Variante teil. 2015 kamen den Marathon-Organisatoren Zweifel auf – zu deutlich war sein Vorsprung auf alle Konkurrenten, sodass sie sich entschieden, seinen Laufweg genau nachzuprüfen.

    Dabei fanden sie heraus, dass er sich bei jedem Klo-Gang einfach Runden anrechnen ließ.

    Der „Toilettenchampion“ unterbrach nämlich ab und zu seinen Lauf und ging auf ein Dixi-Klo, das unmittelbar vor der Finishlinie stand – die gleiche Linie, die auch die absolvierte Rundenanzahl der Läufer misst. Dies war soweit nach dem Regelwerk erlaubt.

    Bei jedem Klobesuch im Zielbereich hat er allerdings die Linie so überquert, dass das System ihm eine Extra-Runde angerechnet hatte: Er passierte also die Ziellinie, ging zurück auf ein Klo, harrte dort ein paar Minuten aus und überquerte die Linie einfach nochmal.

    So konnte er Meilen an Laufweg sparen.

    Der „stinkende Schwindel“ hat nun erhebliche Konsequenzen für den „Toilettenchampion“: Er wird für immer von den Rennen dieser Organisation disqualifiziert und all seine Titel der Jahre 2013–2017 werden ihm entzogen.Auch andere Veranstalter haben bereits angekündigt, ihn nicht mehr zu ihren Sportveranstaltungen zuzulassen.

    Möglicherweise werden sich ja nun die Marathon-Organisatoren auch überlegen, die Dixi-Klos woanders zu platzieren – öffentliche Stellungnahmen hierzu gibt es allerdings nicht.

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    Finisch, Betrug, Dixi-Klo, Schwindel, Läufer, Marathon, USA