05:02 20 April 2019
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    U-Boot der kolumbianischen Drogenhändler (Archivbild)

    Die U-Boot-Flotte der Drogenmafia: Trickreiche Technik

    © AFP 2019 / Luis Robayo
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    Lateinamerikanische Drogenkartelle greifen zu spektakulären technischen Mitteln, um Schmuggeltransporte auf See in die Wege zu leiten. Verschiedene Arten von eigens dafür gebastelten Fahrzeugen kommen dabei zum Einsatz. Über manche Besonderheiten berichtet der russische TV-Sender Swesda.

    Wie der Sender feststellt, ist der Drogenschmuggel aus Südamerika in die USA ein komplizierter Vorgang, der von seinen Organisatoren eine akribische Vorbereitung erfordert. Dabei machen nicht nur die Mengen der geschmuggelten Drogen international Schlagzeilen, sondern auch die eigentlichen Transportmittel, die im Auftrag von Drogenbossen illegal angefertigt werden.

    Über leichte Tauchfahrzeuge aus Glasfaser-Kunststoff sagte der russische Marine-Experte Viktor Golowin dem Sender, ein solches Fahrzeug lasse sich nicht so einfach aufspüren, denn es habe keine schwere, lärmige Ausrüstung: „Es gibt ein ganz simples Triebwerk und Kommunikationsmittel. Die teuersten davon sind ein Satellitentelefon und ein Navi.“

    Das Hauptproblem solcher Fahrzeuge besteht dem Bericht zufolge oft darin, dass sie wegen ihrer Konstruktionsbesonderheiten nicht vollständig untertauchen können. Ein Teil des Rumpfes bleibt also immer über Wasser.

    Ein solches Fahrzeug kann fünf bis sieben Tonnen Kokain an Bord nehmen und bis zu 1000 Seemeilen zurücklegen. Die Besatzung kann fünf bis sechs Mann erreichen. Darüber hinaus gibt es auch Fahrzeuge, die eher Torpedos ähneln: Sie werden nicht von Menschen gefahren, sondern von Schiffen geschleppt.

    Eine andere Kategorie machen größere und schwerere U-Boote aus. Sie werden, wie der Sender berichtet, von viel kompetenteren Fachleuten gebaut. An Bord gibt es Luftvorräte, der Rumpf ist befestigt, um beispielsweise eine zufällige Kollision mit einem Tourenboot zu verkraften. Solche U-Boote können im Verhältnis zu leichteren Fahrzeugen weiter fahren und deutlich mehr Drogen schmuggeln.

    Eines der größten U-Boote der Drogenmafia wurde 2011 von Spezialkräften der kolumbianischen Marine in Timbiqui entdeckt. Es war 30 Meter lang, seine Nutzlastkapazität wurde auf neun bis zehn Tonnen geschätzt. Das U-Boot hatte mehrere abgeschottete Räume, aber auch ein Luftfiltersystem und eine Klimaautomatik.

    Bei den meisten Fahrzeugen der Drogen-Flotte handelt es sich, so der Bericht weiter, um Einzelanfertigungen; ihr Einsatz beschränkt sich auf eine einzige Fahrt. Denn die dabei geschmuggelte Drogenmenge ist oft 10- bis 15-mal so teuer wie der Bau eines neuen Fahrzeugs. Das in Kolumbien entdeckte U-Boot hatte allerdings nach Angaben der Sicherheitsbehörden schon mindestens vier Fahrten nach Mexiko hinter sich gebracht.

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    Tags:
    Spezialkräfte, U-Boot, Schmuggel, Drogenhandel, Drogenmafia, Drogenverbreitung, Anti-Drogen-Kampf, Drogen, Kokain, Südamerika, Kolumbien, USA